Saiblinge am Baggerweiher

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  • Hallo ich hoffe ihr habt ein paar Tips für mich zu diesem Thema!


    Ich beangle ein 3 ha großes bis ca 12 Meter tiefen Baggerweiher mit vielen Schilfkanten und flachen Buchten.
    Dieser wird fast jedes Jahr mit Saiblingen besetzt.
    In den ersten Wochen nach dem Besatz werden natürlich viele rausgefangen und ein paar fallen sicher den extrem großen Zandern zum Opfer.
    Dennoch glaube ich müssten ein paar übrig bleiben und evtl. abwachsen.
    Die besetzen ReBos sieht man oft an der Gewässeroberfläche springen, die Saiblinge gar nicht.


    Da ich von Bachsaiblingen keinerlei Erfahrung zum Thema habe würde mich jetzt folgendes Intressieren:
    1.Wo stehen Saiblinge bevorzugt in Kleingewässern?
    2.Wie fange ich die?(Boot verboten, eine Anbissstelle erlaubt)


    Vielen Dank und Grüße

  • Servus,


    ein Baggersee besitzt meist Quellen. Wenn man Diese kennt, so zumindest meine Erfahrung, halten sie sich dort auf.
    Das Finden dieser Quellen ist in klaren Gewässern nicht allzu schwierig. Aufsteigende Schlammwölkchen oder krautfreie Stellen sind oft ein Indiez für eine Quelle.


    Kleine Blinker oder Köfis langsam über den Grund gezupft sind meist recht erfolgreich. Bringt das keinen Erfolg, hat eine Bienenmade, knapp über dem Grund angeboten, schon gute Erfolge gebracht.


    Gruß
    Marcus

  • Servus Alex,


    bevor ich mutmaße wo du deine geliebten Saiblinge fangen kannst vielleicht noch paar Infos von dir.


    In welcher Größe werden die Saiblinge besetzt?
    Welche Saiblinge - du hast von Bachsaiblingen geschrieben - definitiv?
    In welcher Menge werden sie besetzt?
    Wie schauen die Fänge größentechnisch aus? Sind Fische von Besatzaktionen aus vergangenen Jahren auch dabei? Oder immer nur der aktuelle Besatz?
    Auch wenn du den See als Baggerweiher beschrieben hast, hat er einen oberflächlichen (Bach) Zu- oder Ablauf?


    Nun meine Überlegungen zu den Fragen.
    Wenn sich die Fische nicht vermehren bzw. vermehren können und die Entnahme reichlich ist, liegt nahe dass dieser Besatz wahrscheinlich wirklich Jahr für Jahr gegen Null entnommen wird und das bereits im Frühjahr. Rechnet man noch Fraßdruck, verangelte Fische und "zuviel" entnommene Fische dazu, ist so etwas durchaus möglich.


    Deiner Schilderung nach ist der See ja ca. 3 ha groß und weißt viele Schilfkanten und Flachbereiche auf.
    Ich weiß nun nicht wie alt euer Baggersee ist. Baggerseen altern als künstlich angelegte Gewässer wesentlich schneller als natürliche Gewässer.
    Weißen sie in den Anfangsjahren oftmals den Charakter nahrungsarmer, sommerkalter Salmonidengewässer auf kann sich dies schnell, nach wenigen Jahren ins Gegenteil ändern.
    Du hast kapitale Zander erwähnt - dies würde dies bestätigen.
    Es kann also sein dass es während des Jahres eine Phase gibt - evtl. im Hochsommer - oder auch im Winter bei Eisbedeckung - wo die Sauerstoffverhältnisse und / oder Temperaturen im See für Saiblinge extrem entwickeln. Regenbogenforellen sind hier wesentlich belastbarer - vor allem bei den hohen Temperaturen.


    Zu der Sache mit dem Zu- oder Ablauf. Bachsaiblinge haben gerne die "Unart" sich stromauf zu bewegen. Bis in die Quellgebiete - wenn es ihnen möglich ist.


    Soll ja nun keine Themaverfehlung von mir gewesen sein - willst ja welche fangen - wenn sie noch da sind :whistling: .


    Ohne pauschale Aussagen zu treffen (@felix 8) ) mögliche Methoden wären doch Spirolino mit Nassfliege oder kleine Streamer. Alternativ kleine Köderfische auf Bleikopfsystemen aufgebunden - gibts neben den Planseesystemen ja auch welche zum Aufbinden - die haben auch nur eine Anbissstelle. Mit beiden Methoden kannst du gezielt deinen See "abklopfen".


    Und - die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
    Petri Heil
    Christian
    dersaibling

  • Vielen Dank für eure Ausführlichen Antworten!


    @Markus
    Finde ich diese Quellen eher in tieferen Bereichen des Sees? Im Winter habe ich gehört sind die Bereiche über Quellen schneller Eisfrei, das wäre eine Möglichkeit aber leider dauert das dann wieder? Welche andere Fischarten hast du bei Quellen sonnst noch vermehrt gefangen?


    Christian
    1.Saiblinge werden ab 30 cm gesetzt.
    2. Ich vermute klassische Seesaiblinge? (Bachsaiblinge definitiv nicht, diese habe ich natürlich im Fliesgewässer gefangen, da ich eigentlich Flieswasserangler bin)
    3.Die Menge schwankt zwischen 1-2 zentner pro Jahr,(+10 Zentner ReBos,+1 Zenter 50cm+ReBos)
    4.Ich weis das 2011 genau 11(!) Sailbinge gefangen wurden. Die größen leider nicht, lediglich habe ich von einem sehr starken gehört der in der Schonzeit auf Spinner ging. Bei den ReBos gibt es definitiv Vorjahresfische.
    5.Das Gewässer hat keinen Zu- oder Ablauf.
    6.Das Gewässer hat keine Hechte, aber eben sehr große Zander zum Teil.
    7.Eigenvermehrung schließe ich aus.
    8.Das Gewässer ist ca. 15 Jahre alt. Macht obwohl das Kraut inzwischen schon etwas gewachsen ist einen recht klaren salmonidenhaftigen Eindruck.


    Rein rechnerisch müsste ein Überschuss vorhanden sein. Ich denke das nicht alle Zander(größe) sich die Saiblinge packen, zudem ach Futterfisch und ReBos da wären.
    Ich muss folgendes hinzufügen. 90% der Angler befischen lediglich die Uferregionen also bis max.20-30 Meter und das nicht flächendeckend da wg. Schilf nicht überrall geangelt werden kann.
    Bis zur Seemitte müsste man an einigen Stellen ca. 100 Meter reinwerfen. Ich komme mit dem Sbiro(35g, 4 Meter Rute, geflochtene Schnur) auf ca. 70 Meter mit Köder. vllt. wären 80 drinn.
    Die meisten Angler befischen die Oberfläche mit Forellenteig. Nachts werden die Zander mit KöFis nachgestellt. Wenige angeln auf Karpfen und selten wir gespinnt.
    Beim Spinnfischen(es wird sehr wenig gespinnt) werden anscheinend abundan die Saiblinge erwischt.



    Entweder die Saiblinge verkriechen sich irgendwo in der Seemitte und werden nicht durch die Forellenteige oder Ufernahes Spinnfischen belästigt oder sie verecken an Gewässerumständen?
    Stehen Saiblinge Grundnah?
    Welche Tiefen?

  • Auf ein Neues,


    Seesaiblinge - okay - da wirds auf jeden Fall mit der Wassertemperatur im Sommer sehr kritisch. Somit denke ich mal das Ganze wird sich relativ tief abspielen.


    Würd mal eine "Mini-Hegene" probieren - "Mini" auf die Anbissstellen bezogen - darfst ja nur eine. Deine 4-m-Rute, 30-g-Blei, Auftriebskörper - evtl. Wasserkugel o.Ä.. ein Springer ca. 60 cm über Grund, 12er oder 14er Nymphe, wenn erlaubt 2 - 3 Maden dazu. Die tiefsten erreichbaren Bereiche anpeilen. Den Auftriebskörper so per Stopper einstellen dass er 3 - 4 m über Grund ist - der Scheuchwirkung wegen, evtl. und falls erlaubt einen kleinen Locklöffel aus Reflexfolie beim Blei und / oder am Wirbel wo die Hegene eingehängt ist. Dann auswerfen und ganz leicht abspannen - so dass du halt an der Spitze Aktivitäten sehen kannst. Immer wieder ein Stück einholen - ruhig langsam 2 - 3 m kurbeln - damit das Blei auf dem Boden schleift und Dreck aufwirbelt. Und wieder spannen.


    Die Fische müssten sich ggf. selber anschlagen - ähnlich wie beim Hegeneschwimmer.


    Viel Glück
    Christian