Allgemeines über das Hegenefischen

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  • Allgemeines über das Hegenefischen – ein kurzer Einblick


    Vorwort
    Das Fischen mit der Hegene hat in den letzten Jahren in weiten Teilen Europas immer mehr Anhänger gefunden; ja man kann durchaus von einem Boom sprechen. Vor allem in den Seen der Alpenregion wird heutzutage erfolgreich mit dieser etwas anderen Art der Vertikalfischerei den Renken, Saiblingen und auch Forellen nachgestellt. In weiten Teilen Europas wie z.B. in Irland oder auch in der Schweiz ist das Fischen mit der Hegene eine alte und überaus beliebte Methode zum Barschfang. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf eine möglichst naturgetreue Präsentation des Köders, meist einer Imitation von Insektenlarven.
    Zu Saisonbeginn, meist im März, sind viele der Alpenseen mit Hegenenanglern und ihren Booten bevölkert. Doch nicht nur vom Boot; gerade im Frühjahr besteht vom Ufer aus mit der Posenmontage im flachen und damit wärmeren Wasser die Chance auf einen guten Fang.
    Noch bis vor ca. 20 Jahren galt die Renke, der Haupt- & Brotfisch der Berufsfischer, für mit der Angel unfangbar. Es war bis dato lediglich das Privileg der Berufsfischer, diese wunderbaren Fische mit dem Netz zu fangen.
    Mit dem Einzug der Hegene und deren Angeltechnik wendete sich jedoch das Blatt.


    Mythos Hegenefischen
    Es gibt eigentlich nichts Spannenderes als das Fischen mit der Hegene. Gerade im Frühjahr, wenn sich alle Fischarten der Gebirgsseen in den schon etwas wärmeren Uferregionen aufhalten und auf der Jagd nach den ersten Schlupfinsekten sind, ist es immer wieder spannend und überraschend, welche Fischart sich hinter einem Biss versteckt. Die Ruhe am See; der Schwimmer tanzt oder er fällt um. Eine Renke, ein Saibling oder ist es eine Forelle? Was gibt es spannenderes?


    Unsere hauptsächlichen Zielfische beim Hegenefischen


    Der Saibling


     


    Der Seesaibling ist in Relation zu seinem Körperumfang ein relativ lang gestreckter Fisch. Merkmale sind ein relativ großer Kopf und eine tiefe Maulspalte. Farblich auffälligstes Merkmal ist der weiße Saum der rötlich gefärbten Brust-, Bauch- und Afterflossen. Weiterhin typisch ist die orange-rötliche Bauchunterseite.


    Diese Färbung kann sich bei Milchnern in der Laichzeit sehr stark ausprägen. Wobei die Färbungsintensität auch sehr vom Gewässer abhängig ist.


    Alle Saiblinge besitzen eine Fettflosse.


    Zu erwähnen gilt es die in manchen, meist tiefen Gewässern vorkommenden zwergwüchsigen Kümmerformen wie z.B. den Schwarzreuther des Königsees. Diese sind meist eintönig fahlbraun gezeichnet und erreichen meist kaum 20cm Länge. Eine relativ kleinwüchsige Art mit überdimensionalem Kopf ist auch im Walchensee vereinzelt noch anzutreffen.


    Die Forelle



    Forellen besitzen einen torpedoförmigen, seitlich leicht zusammengedrückten Körper. Sie sind meist wesentlich massiver im Umfang und Körperbau als Saiblinge. Auch die Forelle besitzt als eine Salmonidenart eine Fettflosse.
    Die zahlenmäßig am weitesten verbreitete Art, bzw. durch Besatzmaßnahmen anzahlsmässig am stärksten vertreten ist die Regenbogenforelle. Die Durchschnittsgröße von Regenbogenforellen in natürlichen Gewässern liegt zwischen 35 und 45 Zentimeter bei einem Gewicht von etwa 2 Pfund. Kapitale Forellen können jedoch bis zu 80cm lang und 6 Kilo schwer werden.


    Bei der Seeforelle, einer Unterart der Bachforellen, sind Exemplare bis zu 30 Pfund Gewicht und einer Länge von einem Meter möglich. Diese jedoch ernähren sich weitestgehend räuberisch von Kleinfischen und nehmen höchstens durch Zufall eine Nymphe.


    Die Renke



    Die Familie der Coregonen ist sehr umfangreich und im Normalfall sind die einzelnen Arten kaum, oder gar nicht zu unterscheiden. Eine genaue Beschreibung würde den Rahmen dieses Artikels wahrlich sprengen.
    Eine exakte Zuordnung ist oft erst nach eingehenden Laboruntersuchungen möglich. Selbst die Zahl der Dornen der Kiemenreusen gibt nicht immer verlässlich Auskunft.
     
    Besondere Merkmale:
    Alle Coregonen haben eine Fettflosse, weshalb sie früher zur der Familie der Lachsartigen (Salmonidae) gerechnet wurden. Die Merkmale sind meist ein kleiner Kopf mit relativ großen Augen. Charakteristisch ist die nach vorne leicht zugespitzte Pupille. Das Maul ist klein, die Kiefer leicht, jedoch fast unmerklich bezahnt. Manche Arten haben eine nasenartige Schnauze. Der Rücken ist meist dunkel, die Flanken silbrig hell mit vielen Schuppen, der Bauch ist meist weiß. Die Schwanzflossen sind meist tief gekerbt.
     
    Kleine Arten erreichen oft kaum 10 – 20 cm. Große Arten, wie die große Bodenrenke (z.B. im Tegernsee vertreten), auch Sandfelchen genannt erreichen dagegen bis zu 60 cm.
    Auch Exemplare mit bis zu 80cm sind möglich.


    Da die Nahrung der Renken hauptsächlich aus Larven und Wasserinsekten besteht, sind diese durch die Hegene sehr effektiv zu befischen und unser Zielfisch Nr. 1.


    Als Beifang in unseren Breiten gelten oft vor allem der Barsch, sowie diverse Weißfischarten.


    Anzumerken gilt es, dass in verschiedenen Gegenden Deutschlands, vor allem jedoch in der Schweiz das Fischen mit der Hegene auf Barsch (Egli) sehr populär ist.


    Das richtige Gerät und Equipment


    Ruten und Rollen


    Bei keiner anderen Angelart oder Methode spielt das richtige Gerät, bzw. die Auswahl und Abstimmung von Rute und Rolle eine derart große Rolle wie beim Angeln mit der Hegene.
    Nur das Zusammenspiel aus angepasstem Gerät und Technik führen neben einem Mindestmaß an Gewässerkenntnis langfristig zum erhofften Erfolg. Anders wird es lediglich bei Zufallsfängen bleiben. Bei ungeeignetem Material verlässt einen sehr schnell die Freude, und noch dazu bleibt allzu oft der ersehnte Fangerfolg aus.


    Da es beim Fischen mit der Hegene mehrere Möglichkeiten bzw. Angelarten gibt, kommen hier sehr verschiedene Ruten zum Einsatz. Aber dazu später.
    Zuerst sollte man sich Gedanken machen, wie man den Fischen nachstellen möchte. Vom Boot oder vom Ufer. Vom Boot gibt es die Möglichkeit mit der Zupfrute zu fischen oder mit dem Schwimmer, sowie der Unterwasserpose (welches oft als „überbleite Montage“ bezeichnet wird).


    Vom Ufer bleiben die Möglichkeiten der Fischerei mit Schwimmer und Unterwasserpose (überbleite Montage).


    Die Wahl der richtigen Rute – eine kurze Erklärung vorab.


    Wie gesagt: Angelt man vom Ufer oder vom Boot aus? Diese Frage sollte vorab geklärt sein. Die Uferangelei verlangt eine Rute mit entsprechendem Rückgrad um die zum Teil in einiger Entfernung liegenden Fangzonen (oft etwas weiter vom Ufer entfernte Kante) zu erreichen. Eine 3,30 – 4,20 m lange Rute mit einem Wurfgewicht von etwa 40 gr. und einer weichen Spitze stellt das optimale Gerät dar. Der Umgang mit dieser Rutenlänge im Boot ist natürlich etwas schwieriger und setzt etwas Übung voraus. Die Vorteile der längeren Rute liegen auf der Hand. Man kann den Fisch mit wesentlich mehr Gefühl drillen, besser ans Boot führen und vom Anker fernhalten. Da sich vor allem sehr viele Renken besonders in Bootsnähe äußerst kämpferisch geben und die Angewohnheit haben den Angler mit spritzigen Fluchten kurz vor dem Kescher zu überraschen, ist eine lange Rute unumgänglich um die Renke von der Ankerleine fernzuhalten und derartige Fluchten zu parieren. Die Geschichten von langen Renkendrills die in der Ankerleine enden kommen nicht von irgendwo, und so manche kapitale Renke sowie Seeforelle konnte so ihre Freiheit wiedergewinnen.



      A: Zu hartes Rückgrad, man kann die starken Rucke der Renken beim Schüttelt des Kopfes nicht genügend abfedern und die Renke schlitzt oft aus.
      B: Ideale Parabolik. Sehr gute Wurfeigenschaften und in der Spitze die Weichheit um das bekannte Rucken der Renken abzufedern. Allroundrute für Boot und Ufer.
      C: Weiche Parabolik. Sehr gut vom Boot zu fischen. Wurfweiten eher gering.
      D: Durchgehend Parabolik. Bei der Verwendung eines 30 - 40 gr. Bleies eher zu weich und geringe Wurfweiten. Deshalb eher ungeeignet


    Genauer:


    Ruten für die Schwimmermontage


    Hier eignen sich Ruten mit einer weichen Spitze und mit einer Aktion die sich bis gut zur Hälfte der Ruten bemerkbar macht (B- oder C-Aktion) in Längen zwischen 3 bis 4,2 Meter am besten, da wir sie vom Boot als auch vom Ufer einsetzen können. Durch die weiche Spitzenaktion federt die Rute die schnellen Fluchten der Fische problemlos ab und verhindert auch so das Ausschlitzen der Fische.
    Solche Ruten findet man bei Float- und Zanderruten am häufigsten. Wie schon beschrieben sollte das Wurfgewicht der Ruten um die 40 Gramm liegen.


    Mein Tipp: 

      o Sportex Exklusive Trout FX
      o Shimano Beastmaster Classic AX


    Ruten für die überbleite Montage – Fischen mit der Unterwasserpose


    Hier empfehlen sich zur besseren Bisserkennung vor allem Ruten mit farbigen Spitzenteilen. So z.B. diverse Matchruten oder auch Float-Ruten.



    Ein wichtiger Punkt hierbei ist, auf genügend große Ringe zu achten. Denn bei der Verwendung zu kleiner Ringe kann es zu Verhedderung beim Wurf, zu geringen Wurfweiten und im schlimmsten Fall zum Verlust der Montage führen.


    Zupfruten/Heberuten


    Hier kommen spezielle Rutentypen zum Einsatz. Diese wurden rein für das Hegenefischen entwickelt. Gute Zupfruten haben ein Gewicht von max. 70-90 Gramm bei einer Länge von bis zu 2,7 Metern. Seine optimale Länge sollte jeder selbst herausfinden. Üblich oder für den Einsteiger zu empfehlen sind sicherlich Längen zwischen 2,1 und 2,4 Metern. Meine bevorzugte Länge liegt bei 2,4 Metern, da sich damit die Fische hier sehr schön ums Boot dirigieren lassen und das Gewicht der Rute noch gering genug ist.


    Die Rollen


    Zum Schwimmerfischen Die Rolle ist hier genau so wichtig wie die Rute, denn was hilft eine optimale Rute wenn die Rolle nicht dazu passt, bzw. nicht zum Hegenefischen geeignet ist.


    Die Rolle sollte ca. 200 bis 250 Meter 0,18 - 0,25 monofile Schnur fassen, wenn man sie zum Posenfischen vom Ufer aus benutzt. Vom Boot aus reichen in der Regel auch 150 Meter aus.


    Mein Tipp: Abu Cardinal C3


    Gute Modelle sind auch die Shimano Technium Reihe in der 2500er Größe oder die Daiwa Regal 2500.


    Zum Fischen mit der Zupfrute. Die Rollengröße und somit auch das Gewicht sollten hierbei besonders optimal zur Rute passen, denn was hilft eine 70 Gramm Rute wenn man eine klobige und schwere Rolle zur Rute montiert hat? Das Gleichgewicht der Rute stimmt nicht, sie liegt schlecht in der Hand und der Angler ermüdet sehr schnell und ein konzentriertes Fischen über einen längeren Zeitraum ist unmöglich; und was viel wichtiger ist, es macht keinen Spaß. Eine Schnufassung von 100- 120m 0,18er Monofiler ist oft ausreichend.


    Mein Tipp: Cardinal 700U, Shimano Symetre 750FI oder Mitchell 310X


    Das wichtigste Merkmal der Rolle bei beiden Angelarten ist die Bremse. Sie sollte sehr fein dosierbar sein und absolut ruckfrei anlaufen. Dies beinhalten meist nur hochwertigere Rollen und diese sind meist nicht unter den Sonderangeboten zu finden. Eine derartige Rolle zahlt sich jedoch meist sehr schnell aus. Fast nichts ist ärgerlicher, als einen kapitalen Fisch wegen einer hakenden Bremse zu verlieren.
    Auch ich musste diese leidige Erfahrung sehr früh machen.


    Eine spezielle Rolle zum Zupffischen stellt die so genannte Laufrolle dar.
    Bei uns bekannt sind vor allem die Modelle der Firma Stucki/Thun.



    Diese Rollen sind für das Renkenfischen mit der Heberute konzipiert worden. Diese Präzisionsrollen werden aus Spezialaluminium gefertigt und anschließend farbig eloxiert.


    Von Profis werden diese Rollen oft wegen ihrer Vorteile beim Renkenzupfen geschätzt.


      - kein Schnurdrall
      - runder und sehr leichter Lauf
      - kein Verdrehen der Hegene
      - sehr leicht
      - direkter Kontakt zum Köder und Fisch


    Die Schnur 
    Wie so oft, ist auch hier die Szene in 2 Lager gespalten. Wo die einen auf dünne Geflochtene schwören, benutzt die andere Seite auch hier monofile Schnur. Der Grund für das Ganze ist die Angst einiger Angler den Anhieb auf oft bis zu 40 Meter Tiefe beim Zupffischen nicht mehr effektiv setzen zu können. Ein gutes Argument der zweiten Gruppe ist, dass die fehlende Dehnung der geflochtenen Schnur der Grund für das Auschlitzen bereits gehakter Fische ist. Da wir jedoch in meist glasklaren Gebirgsseen fischen, überwiegt meist die unsichtbarere Monofile. Einen sehr guten Kompromiss stellt eine monofile Schnur mit geringer Dehnung dar. Wie z.B. die Stroft GTM.


    Die unterschiedlichen Techniken & Angelarten


    Das Fischen mit dem Schwimmer
    Ein sehr wichtiger Punkt beim Fischen mit dem Schwimmer ist die Hauptschnur. Die Hauptschnur sollte wegen der höheren Beanspruchung durch das Werfen und den gleitenden Schwimmer etwas stärker gewählt werden als beim Zupffischen. Ein 0,20er Durchmesser ist sicherlich eine gute Wahl; oft sogar, wie z.B. beim Fischen auf Forellen oder in Seeforellengewässern ist ein Durchmesser bis 0,25 mm ratsam. Da die Hauptschnur locker durch das lange Schnurführungsröhrchen eines Hegenenschwimmers laufen muss, darf sie auf gar keinen Fall kringeln. Sie würde sich sonst um die Spitze des Schwimmers drehen und man muss die Schnur jedes Mal strecken um die Hegene auf Tiefe zu bringen. Das gilt übrigens auch für Schwimmer mit einer Einhängeöse am unteren Ende.


    Da die langen Hegenenschwimmer oft dazu neigen sich in die Hauptschnur einzuwickeln, sollte man nach dem Stopperknoten die ersten Meter der Hauptschnur etwas einfetten. Außerdem ist durch eine eingefettete Schnur das „Umfallen“ des Schwimmers beim Renkenbiss besser gewährleistet, denn die Schnur schwimmt locker ohne jeglichen Widerstand auf der Wasseroberfläche auf. Der Stopperknoten ist ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Montage und sollte aus einem textilen Faden bestehen. Durch andere Materialien würde die Hauptschnur sonst durch das oftmalige Verstellen des Stoppers bei Tiefenänderungen aufgeraut werden.
    Man muss darauf achten das dieser Knoten immer am unteren Spulenrand sitzt, da sonst beim Wurf die Schnur hängen bleibt und die Hegene abreißt.


    Der Schwimmer – So manchem Neuling fällt als erstes die etwas überdimensionierte Größe des Hegenenschwimmers auf. Das zarte Renkenmaul und ein derartiger Riesenschwimmer, wie passt das zusammen, ist meist die erste Frage. Zumindest beim Renkenfischen ist ein derartiger Schwimmer unabdingbar. Dies liegt vor allem am Beißverhalten der Renken. Renken haben die Angewohnheit nach einem Biss nach oben zu flüchten. Verursacht wir diese Flucht nach oben von der Masse unseres Bleies, da die Renke im ersten Reflex gegen den Zug, also gegen unser Blei schwimmt. Der Fisch erschrickt sozusagen und flüchtet nach oben. Durch das Anheben des Bleies verliert die Hauptschnur die Spannung und unser Schwimmer fällt um. Das ist meist der spannendste Moment beim Hegenenfischen. Der Anblick eines umgefallenen Schwimmer lässt das Adrenalin steigen und macht einen Großteil der Faszination des Renkenfischens aus.
    Die gebräuchlichen Hegenenschwimmer haben meist eine Tragkraft von 30-50 Gramm.


     


    Das Schwimmerfischen vom Boot stellt eine sehr erfolgreiche Alternative zum Zupfangeln dar. Es wird in erster Linie angewendet, wenn die Renken flach stehen und durch das Boot eine Scheuchwirkung besteht oder mit zwei Ruten gefischt werden darf ; eine Zupfrute und eine Schwimmermontage einige Meter entfernt sind eine häufige Kombination. Auch bei starkem Wellengang sollte man den Schwimmer verwenden, da durch das ständige auf und ab ein Zupfen schwer möglich ist und noch dazu sehr anstrengend.
    Bei der Einstellung der Tiefe ist es wichtig, dass das Blei am Boden aufliegt und die Pose gerade noch steht, d.h. leichte Schräglage hat. So werden dann die Oberflächenbewegungen des Schwimmers auf die Hegene übertragen, ein optimales Spiel der Nymphen ist somit gewährleistet. Einen Renkenbiss erkennt man wie schon angedeutet meist durch das Umfallen der Pose. Ein Anschlag ist hier nicht unbedingt erforderlich, da sich der Fisch durch seine Flucht gegen das Blei selbst hakt.


    Im Gegenteil, von einem Anhieb ist beim Renkenfischen wegen des weichen Renkenmauls und der damit verbundenen Gefahr des Ausschlitzens abzuraten. Der Biss einer Forelle, oder eines Saiblings ist meist durch ein vehementes Wegtauchen des Schwimmers gegenüber einem Renkenbiss leicht zu unterscheiden. Auch hier kann meist auf den Anhieb verzichtet werden, denn der Fisch hakt sich auch hier, diesmal in die andere Richtung, gegen die Auftriebskraft des Schwimmers, selbst.


    Das Schwimmerfischen vom Ufer funktioniert eigentlich ganz genau so. Man überwirft den gewünschten Angelplatz auf den man die ungefähre Tiefe eingestellt hat und zieht die Montage langsam in Richtung Ufer bis man Grundberührung hat. Wenn der Schwimmer leicht schräg steht und bei kleinen Wellen umfällt, haben wir die richtige Einstellung. Den Renkenbiss erkennt man wenn der Schwimmer umfällt, liegen bleibt oder abzieht. Bei Forellen und Saiblingen kommt es wiederum zu den erwähnt vehementeren Bissen. Bei ablandigem Wind empfiehlt es sich den Schwimmer flach zu legen. Durch die Strömung wird die Hegene seewärts gespannt und die Nymphen spielen verführerisch über dem Grund. Bei auflandigem Wind funktioniert es genau anders herum.

    Das Fischen mit der überbleiten Pose

    Hierbei wird mit einer kleinen Pose, einer Styroporkugel, etc. mit in etwa 10 Gramm Tragkraft gefischt. Sehr gut eignen sich auch die im Handel erhältlichen zum Teil glasklaren Unterwasserposen von Drennan oder aber Eigenkonstruktionen aus Styropor in verschiedenen Größen.



    Da die Pose lediglich dazu dient, die Hegene senkrecht gespannt zu halten, reicht es den Stopperknoten lediglich auf ein paar Meter Tiefe einzustellen.
    Als Blei verwendet man ebenfalls ein 30-50 Gramm schweres Exemplar. Die Vorteile bei dieser Montage liegen bei dem Wegfallen der Einstelltiefe, das sich bei Tiefen um 25 Meter und mehr oder aber auch bei ungleichmäßiger Bodenstruktur sehr aufwändig und zeitraubend darstellen kann. Ebenfalls bei sehr starkem Wind ist diese Montage zu empfehlen. Ein Abdriften der Montage wird weitestgehend vermieden. Auch die weitaus besseren Wurfeigenschaften gilt es zu erwähnen.
    Die Rute sollte dazu nahezu aufrecht in der Rutenhalter gestellt werden, um etwaige Bisse am Ausschlagen der Rutenspitze erkennen zu können.


    Das Zupffischen vom Boot
    Renkenzupfen ist sozusagen die Königsdisziplin auf Renke. Für den Einsteiger im ersten Moment nicht unbedingt einfach und im ersten Moment eher weniger erfolgsgekrönt als das Fischen mit dem Schwimmer. Mit ein bisschen Übung wird sich jedoch sehr bald das Blatt wenden und das Renkenzupfen kann sehr effektiv angewandt werden. Diese Technik ist, im Unterschied zu den Posenmontagen, nur vom Boot aus einzusetzen. Hier wird mit einer sehr sensiblen Rute und mit kleiner Stationärrolle, oder Laufrolle geangelt. Das Renkenzupfen besteht ganz einfach gesagt, aus dem ständige Heben und Senken der Hegene. Ist die Montage am Grund angekommen ist, wird die Schnur gespannt und dann ganz langsam ein Stück angehoben und wieder ebenso langsam zum Grund gelassen. Hier bedeutet je langsamer umso besser. Die Rute wird konzentriert in einer Hand gehalten und die Montage also eigentlich nur mit viel Gefühl angehoben und wieder abgesenkt. Wichtig ist das stetige Beobachten der Rutenspitze um keinen selbst so feinen Biss zu verpassen. Bei dieser Angelart ist ein sofortiger Anhieb unabdingbar, denn aufgrund des geringen Bleigewichtes hakt sich im Gegensatz zur Schwimmermontage der Fisch hier nicht selbst. Aufgrund der Art des Angelns kommt, wie schon beschrieben, nur sehr leichtes Gerät in Frage. Deswegen werden beim Zupfen auch Bleie bis max. 15 Gramm verwendet, welche an der Hegene mittels eines speziellen Karabiners zum schnellen Ausfädeln durchs Keschernetz eingehängt werden. Über das Gewicht des Hegenenbleies gehen die Meinungen weit auseinander. Die Geschmäcker sind verschieden, genauso die Angewohnheiten. Auf jedem Fall sollte man sich den Gegebenheiten anpassen, auf die Strömung, den Wind, die zu erreichende Tiefe. In der Regel verwendet man Bleie um 7-10g, wobei man bei absoluter Windstille auch auf 5g. gehen kann. Man einer nimmt auch gerne 15-20g, denn bei einem verschlafenen Biss besteht eine gewisse Chance, dass sich die Renke selbst hakt.


    Der Kescher


    An erster Stelle der wichtigsten Zubehörteile beim Hegenenfischen steht der Kescher. Denn nur aus diesem Kescher, der aus monofilem Material besteht, kann man die Hegene nach dem Keschern eines Fisches leicht wieder lösen. Wer einmal eine Hegene aus einem normalen Kescher mit Textilfaser entwirren musste, weiß sofort was gemeint ist. Man sollte nur Kescher mit monofilem Netz verwenden, was ein Aushaken der Nymphen wesentlich erleichtert. Bei der Verwendung von Stoffnetzen ist das Lösen eines Nymphenhakens aus dem Netzt so gut wie unmöglich.
    Noch dazu, wenn aufgrund eines kampfstarken Fisches mehrere Nymphen aus dem Kescher zu lösen sind.



    Die Hegene – unser Köder


    Die Hegene ist eigentlich nichts anderes, als ein Paternostersystem mit meistens 3, oder 5 kurzen Seitenarmen, welche Zügel oder Springer genannt werden. Diese sollten optimaler Weise eine Länge von 4-5cm haben. An diesen Springern sind mit einem kleinen Schlaufenknoten die Nymphen befestigt. Der Schlaufenknoten deshalb, damit ein lebhafteres Nymphenspiel gewährleistet ist. Am oberen und unteren Ende der Hegene ist jeweils eine Schlaufe. Die obere Schlaufe dient dazu, die Hegene mittels Wirbel an der Hauptschnur einzuhängen. In die untere Schlaufe wird das Blei eingehängt. Idealerweise benutzt man aufgrund der recht feinen Fischerei, beim Hegenenfischen, einen genauso feinen Wirbel. Empfehlenswert sind die sog. Agrafenwirbel.



    Die Größe der verwendeten Nymphen ist grob gesagt jahreszeitlich bedingt und schwankt meist zwischen 12er und 16er Haken. Selten werden sie eine Nummer größer oder kleiner gewählt. Dies ist jedoch gewässerbedingt und hängt von der Jahreszeit, bzw. von den steigenden Nymphen ab. Nymphenhaken gibt es in verschiedenen Farben. Gängig sind die Unterscheidungen in brünniert und golden. Farben, Größen und Formen sind eine Wissenschaft für sich, bzw. werden allzu oft sehr überbewertet. Mit einer Nymphengröße von 14 und/oder 16 und den wichtigsten Nymphenfarben, das ist meist rot, schwarz, lila und braun oder grau, ist man als Einsteiger bestens gerüstet.
    Meist kommen, anhängig vom Nymphenbinder oft kleine Änderungen und Aufwertungen des Aussehens, aber auch des Spielverhaltens hinzu. Die meist schlichten Körperfarben werden durch einen schwarzen oder roten Kopf hervorgehoben, wobei der Kopf auch oft aus farbigen Glasköpfchen bestehen kann.


     


     


    Spezielle Hegenen zum Saiblings- und Forellenfischen sind meist etwas stärker in Schnurstärke, Hakengröße, und durch ein auffälligeres Aussehen geprägt. Das Material aus dem sie gebunden sind hat entweder einen hohen Anteil an Glitzereffekten oder besteht aus Schockfarben.


     


    Von einer zusätzlichen Beköderung der Nymphen mit Maden oder Wurmstückchen rate ich persönlich ab. Denn erstens entspricht dies nicht dem Gedanken der Hegenenfischerei, also der Imitation einer Insektenlarve, und zweitens lassen es vielerorts die Bestimmungen gar nicht zu, mit mehr als einem Naturköder pro Rute zu fischen.

  • Kann mich nur anschließen, suppa Bericht.
    Wenn man alles beachtet was beschrieben ist kann eigentlich fast nix mehr schief gehn.
    Des Problem ist ja meistens das man einfach am Anfang noch kein Vertrauen in die Technik hat und das ist vor allem schlecht wenn man selbstständig die Fische suchen muss.
    Also für den Anfang sich einen See aussuchen an dem ein wirklich guter Bestand vorhanden ist und man sich an Einheimische klammern kann.
    Wenn man einmal Vertrauen in Gerät und Technik hat dann klappts auch an Seen die etwas mehr Ausdauer beim Finden und Fangen der Fische brauchen.