Meersburg Seeforellen

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  • Hallo zusammen,



    werde nächste Woche in der Nähe von Meersburg mein Glück auf Seeforelle versuchen vom Boot aus. Werde schleppen mit einer Monofilen Schnur + Fluorcarbonvorfach und Perlmuttlöffel. Da zu dieser Zeit die Seeforllen noch relativ hoch stehen sollen, versuch ich es mit 30 gr. Blei 10 m vor dem Vorfach in Ufernähe. Wie würdet ihr vor gehen?


    Danke für eure Tipps.



    VG


    Uli

  • Servus Uli!


    Das hört sich doch gut an.


    Das Blei richtet sich vorallem auch nach der Schleppgeschwindigkeit.
    Evtl. würde ich noch ein 15g oder 20g einpacken und vielleicht ein 50g oder 60g.


    Darfst du zwei Ruten schleppen? Dann zum Test auf jeden Fall eine hoch und eine etwas tiefer versuchen.


    Wir sind gespannt auf deinen Bericht.


    Grüße, Andreas

  • Hi Andreas,


    das würde mich auch mal interessieren. Hab schon das halbe Internet abgegrast bzgl. Informationen. Es steht nur drinnen, dass mit 2 Angeln geangelt werden darf. Ob beide Raubfisch steht nicht drinnen!!


    VG
    Uli

  • Hallo Angelfreunde


    bezüglich der Anzahl der Schlepp-Angelruten im Bodensee-Obersee gilt nach meinem besten Wissen die Ausnahme nach oben,
    das heißt bis zu 8 Anbißstellen pro Boot. Ganz exakt ist der Aufbau des Schlepp-Angelgeräts nicht beschrieben.
    Traditionelle Schleppangler verwenden bis zu 8 Leinen mit Schleppködern (je 4 rechts und links an Seehunden).
    Da ein Angelgerät als "Anbißstelle und Schnur mit oder ohne Rute" definiert ist, lässt sich interpretieren,
    dass man auch mit bis zu 8 Ruten angeln darf. Die Anzahl der Angelruten ist damit vielmehr durch die Praxis limitiert,
    als durch die Fischereiordnung.


    Der Wortlaut aus der Fischereiordnung ist wie folgt:


    Noch etwas zum Seeforellen angeln im Bodensee:
    In der Doktorarbeit von Uwe Schulz von 1994 "Untersuchungen zur Ökologie der Seeforelle im Bodensee" wurde auch eine
    Sonderfischerei (Kein Schonmaß, Sept. 1991 bis Nov. 1992) von 20 Schleppangler aus allen Uferstaaten ausgewertet.
    Einige interessante Fakten:
    Bei 3480 Stunden Angelaufwand wurden 1275 Seeforellen (687 kg) und 63 Regenbogenforellen (59 kg) gefangen.
    Nur 50 der Seeforellen waren massig (> 50 cm), die meisten hatten nur um 36 cm, und die größte war 80 cm lang ( 5,25 kg), die kleinsten um 20 cm. Von den 50 massigen Seeforellen wurden 48 in den Monaten Januar bis Mai gefangen!
    Der tote Köderfisch war mit Abstand der erfolgreichste Köder, insbesondere für mäßige Fische
    Der Fang war sehr ungleich auf die Versuchsangler verteilt: Ein einziger Spezialist fing 30 der 50 massigen Seeforellen.


    Regenbogenforellen haben kein Schonmaß und waren am häufigsten 40 cm lang, die größten war 58 cm, die kleinste 28 cm.


    Verlauf der absoluten Seeforellenfänge 1992 und des Fangaufwandes
    Monat; Std.; Seefos; Std. pro Seeforelle
    Jan; 202; 117 ;1,7
    Feb; 395; 226; 1,7
    März; 371; 195 ;1,9
    April; 453; 199; 2,3
    Mai; 385; 85; 4,5
    Juni; 144; 15; 9,6
    Juli; 220; 23; 9,7
    Aug.; 268; 22; 12,2
    Sept.; 263; 87; 3,0
    Okt.; 306; 82; 3,7
    Nov.; 6; 5; 1,2


    Im Winter und zeitigen Frühjahr schwimmen die Forellen noch sehr flach um dann Richtung Sommer immer tiefer zu gehen. Im Sommer jagen sie im oberen Bereich der Sprungschicht bei 11 bis 15 °C (13 bis 18 m). Dieser ist mit der traditionellen Schlepptechnik nur schwer zugänglich, was die schlechten Fangergebnisse im Sommer erklärt. Insgesamt ist der Fangertrag maßiger Seeforellen eher bescheiden, weil viele Jungtiere in den Felchennetzen der Berufsfischer sterben.
    Man sollte deshalb alternativ auch das Saiblingsschleppen mit z.B. Downrigger in 30 bis 40 m Tiefe einplanen. Der Saiblingsbestand hat sich gut erholt und stabilisiert. Das Revier um Meersburg, entlang der Fährlinie ist da keine schlechte Adresse.


    Lasst uns wissen ob es geklappt hat. Experten können am Bodensee sicher viel Erfolg haben.


    Petri Heil
    Albula

  • Hallo Leute,


    die Fischereibesatimmungen auf dem Bodensee kommen daher, weil vom Boot mit den traditionellen Stucki Schlepprollen in der Tiefe oder mit dem Seehund seitlich gestaffelt gefischt wird. Das Gerät kann eine Person auf dem Motorboot bedienen, die Methoden sind relativ erfolgreich und sie werden/wurden meines Wissens auch von den Berufsfischern angewandt. Für mich ist aber ohne Rute unsportlich. Ich fische deshalb in der Tiefe mit dem Downrigger bzw. ich schleppe flach mit Sideplanern um die Scheuchwirkung des Boots zu reduzieren. Wenn man so allein mit 6 Ruten fischt kann das allerdings richtig in Arbeit ausarten. Vor allem wenn man Bundesbahnfähren oder Berufsfischernetze ausweichen muss.


    Da Ihr Seeforellen fangen wollt würde ich im Frühjahr flach mit Sideplanern und mindestens 4 km/h schleppen. Damit langweilt Ihr die Seeforellen nicht und hoffentlich beißt Euch dann kein Hecht durchs Fluorocarbon.


    Jetzt noch eine Frage zurück: Weiß jemand einen Angelplatz am baden-württembergischen Ufer wo man früh im Jahr auf Seeforellen blinkern könnte?


    Viele Grüße


    Thomas