Beiträge von Der Zuagroaste

    Der südliche Bereich des Oblast Amur rund um die Stadt Svobodny ist eine sehr karge sandige Gegend, die in den letzten Jahrzehnten stark unter Brandrodung und illegalem Holzabbau gelitten hat. Es gibt nur sehr wenig Leben hier drüben. Kein Schalenwild, keine Hasenartigen, ganz selten mal Schwarzwild. Die Flüsse sind sehr starken Pegelschwankungen unterlegen und hatten in meinen 3 Monaten nur über 3 Wochen mal kein Hochwasser. Die Fischbestände sind schon natürlich sehr gering in diesen Flüssen und der Befischungsdruck ist sehr hoch. Dazu kommt die starke Belastung der Gewässer durch ungeklärte Abwässer und den Edelmetallabbau. Es gibt Tageslimits von 6kg und Taimen hat 75cm Schonmaß. Wer in Russland eine gute Fischerei erleben will muss weit weg von jedem Ort wo Russen leben. Außerdem hatte ich hier drüben wirklich wenig Zeit und nur Sonntags mal frei. Dazu kommt, dass ich hier kein Auto zur Verfügung hatte. Außer Mücken gibt es auch im und am Wasser keinerlei Insektenleben. In der ganzen Zeit hab ich keine Biene und keinen Schmetterling gesehen. Die Angelsachen hätte ich zu Hause lassen können.

    Die Anwohner und der Naturschutz da oben hatten andere Probleme die letzten Jahre als 50 Tageskartenfischer mehr oder weniger im Monat. Da spielen wir Angler keine Rolle für die jetzt getroffenen Maßnahmen.

    Ja, das ist das Problem bei den Tretantrieben. Ich hatte dieses Jahr 4 mal Gäste mit im Boot. Waren schöne Tage aber lohnt sich dafür der Aufwand den ich für die Verwirklichung als Bugmotor hatte? Die beiden Ausflüge mit meiner Frau bei schönem Wetter waren es mir schon wert. Mein Konstrukt läuft auf Verschleiß, die Sicherungsstifte müssen nach 5 Ausfahrten ausgewechselt werden, die Gelenke sind nach einem Jahr schon ausgeschlagen. Der Sitz ist an den Gelenken und Verschraubungen nach einer Saison durch. Eine Pedale ist am Lager verschlissen und knarzt. Alles noch sehr verbesserungswürdig.

    Erster kleiner Feierabendtrip an den nächsten Fluss inter dem Camp. Nur ein paar Würfe im Torfbrauenen Wasser, sehr hoch und kaum rankommen ans Wasser. Ich hatte nur schnell die Kleine Reisespinnrute geschnappt und bin mit Wanderschuhen los. Irgendwo da wäre bestimmt Fisch gewesen, gefangen hab ich aber nix. Dafür ist mir auch noch nach ein paar Würfen die Rute am mittleren Segment gebrochen, hat wohl im Koffer was abbekommen.

    So, nach 2 Wochen Quarantäne an der Wolga, 3 Tagen Behördengängen und 2 Tagen Transfer bin ich inzwischen im äußersten Oblast Amur angekommen. Mücken sind erst in der Abenddämmerung ein Problem und da tut es bis jetzt noch Nobite. Die Region hier ist zu geschätzt 70% gerodet worden. 2 Längere Autofahrten früh Morgens haben kein einziges Stück Wild auf ca. 250km Strecke in der offenen Landschaft in Anblick gebracht. Bei aller Schönheit der sandigen Gegend machen die Russen hier so ziemlich alles platt. Ein Hühnervogel lag platt auf der Landstraße, könnte eine Birkhenne gewesen sein. Vieleicht geht ein bisschen was beim Fliegenfischen an den wenigen freien Tagen. Ein Jagdparadies scheint es hier nicht zu sein.

    Ja, hab eine Schiene an der Seite, aber die kommt mir etwas zu schmal vor um die Kräfte von Brett, downrigger und Rute aufzunehmen. Mein Boot ist aus den 70ern, hält für immer schätze ich.


    Aber die Rutenhalterung an der Außenwand hat auch ihre Tücken. Entweder zu weit weg zum hinlangen oder im Weg beim Rudern.