Hörbeitrag Wie geht es den Fischen in Bayern?

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  • aber im Zürichsee, der in der Antarktis liegt, also nicht so warm wird, und auch das stickstoffproblem nicht kennt, sind die Renken bestände gut, kein Kilmawandel, keine quagga muschel..komisch warum das bei uns die renkenbestände so eingebrochen sind


    Im Zürichsee gingen besonders viele Felchen und Hechte ins Netz

    Über 200 Tonnen Fische fingen Fischerinnen und Fischer 2024 im Zürich- und Obersee – mehr als im langjährigen Durchschnitt.



    https://www.srf.ch/news/schwei…lchen-und-hechte-ins-netz

  • https://weissenseefisch.at/wp-…illstaetter-Sees-2023.pdf
    der geringe ertrag bei uns, die kleinwüchsigkeit kann vielleicht ein selbstgemachtes problem der berufsfischer sein


    Generell erreichten die Reinanken des Millstätter Sees die Geschlechtsreife mit sehr jungem
    Alter. Ein großer Anteil der Milchner und auch einige Rogner wurden schon im zweiten
    Lebensjahr geschlechtsreif. Mit einem Alter von 2+ waren juvenile Reinanken in allen
    Untersuchungsjahren eine sehr seltene Ausnahme.
    Große Fische sind für eine Population essentiell und die Voraussetzung für stabile und
    ertragreiche Bestände. Sie geben ihr Wachstumspotential an die nächsten Generationen
    weiter und produzieren nicht nur insgesamt, sondern auch im Verhältnis zum Körpergewicht
    mehr und größere Eier. Von diesen Eiern, Larven und Jungfischen überleben dann im
    Endeffekt auch mehr Fische als von kleineren Artgenossen.
    In den letzten Jahrzehnten waren an den Gewässern Mindestmaße und Mindestmaschenweiten als gesetzliche Vorgaben üblich. Solche Vorgaben führen in jedem Fall dazu, dass
    schnell wachsende Fische vermehrt entnommen werden, da diese ja früher das geforderte
    Mindestmaß erreichen bzw. früher in die geforderte Netzmaschenweite hineinwachsen als
    langsam wachsende Fische. Je intensiver die Befischung ist, desto stärker wirkt ein
    Selektionsdruck auf großwüchsige Fische. Klein zu bleiben und möglichst schnell
    geschlechtsreif zu werden ist in solchen Fällen jedenfalls eine sehr gute Strategie. In den
    meisten Gewässern wurden über Jahrzehnte mit bestem Gewissen die großen und damit
    wertvollsten Fische entnommen und die kleinen, aber nicht zwangsläufig jungen Fische, mehr
    oder weniger geschont. Es würde wohl kein Züchter auf die Idee kommen seine wertvollsten
    und besten Zuchttiere zu verkaufen bzw. zu schlachten um dann mit den Tieren, die eher
    unerwünschte Eigenschaften haben, weiter zu züchten. Im Grunde passierte bei der Fischerei
    über Jahrzehnte aber genau das. Und wenn man sich ein wenig mit Fischpopulationen
    beschäftigt, dann wird bald klar, dass sich kleiner werdende Populationen nicht nur auf die
    Reinanken beschränken.
    Will man eine großwüchsige Reinankenpopulation langfristig ertragreich nutzen, dann ist es
    ratsam vorrangig die potentiell kleinwüchsigen Fische zu ernten, bzw. Fische aus der Mitte der
    Population zu entnehmen. Genauso ratsam ist es möglichst viele große Fische an der
    Reproduktion teilnehmen zu lassen.
    Der Ansatz einen Fischbestand bewusst zu überfischen und dann durch einen
    Kompensationsbesatz wieder auszugleichen, ist bisher überall gescheitert. Ein durchaus
    vernünftiger und nachweislich erfolgreicher Ansatz ist die Entnahme von höchstens etwa 15 %
    Die Reinanken des Millstätter Sees 2023
    der Biomasse einer Fischart pro Jahr. Das gilt allerdings nur für gesunde Populationen. Für
    den Millstätter See wären das etwa 10 t Reinanken pro Jahr.
    Derzeit ist die Reinankenpopulation des Millstätter Sees (wieder) massiv gestört, besteht aus
    nur sehr wenigen Jahrgängen und das Wachstum der Fische ist äußerst bescheiden. Dies
    dürfte die Folge einer derzeit wieder (zu) hohen Fischdichte und einer Evolution der Population
    in Richtung Kleinwüchsigkeit sein. Ein Zusammenhang mit der Bewirtschaftung in den letzten
    Jahren ist naheliegend. Die Empfehlungen keinesfalls die wenigen noch vorhandenen
    potentiell großwüchsigen Reinanken zu befischen und keinesfalls Netzmaschenweiten von
    über 30 mm zu verwenden, wurden in den letzten Jahren zum überwiegenden Teil ignoriert.
    Dementsprechend lag der Befischungsdruck auf den wenigen noch großwüchsigen Fischen,
    wogegen kleinwüchsige Reinanken mehr oder weniger geschont wurden. Die größeren
    Reinanken sind nun offensichtlich weitgehend ausgefischt.
    Es ist durchaus wahrscheinlich, dass, durch die derzeitige hohe Dichte an kleinwüchsigen
    Coregonen, die Reinankenjahrgänge in den nächsten Jahren eher bescheiden ausfallen
    werden. Und zwar völlig unabhängig von eventuellen Besatzfischmengen. Daher dürfte
    längerfristig die Gesamtfischbiomasse wieder abnehmen und die Reinanken in der Folge auch
    wieder etwas besser wachsen. Sollten dann wieder bevorzugt die größten Reinanken befischt
    werden, dann wird sich die Spirale wohl nach unten weiterbewegen und die Fische insgesamt
    noch kleiner werden.
    Zufriedenstellende Fischerträge kann man langfristig nur erwirtschaften, wenn die Netzwerke
    in einem Ökosystem funktionieren, wenn die Fische optimal wachsen können und wenn den
    größeren unter ihnen die Möglichkeit gegeben wird sich erfolgreich zu reproduzieren.
    Der Handlungsspielraum für den Millstätter See ist derzeit sehr begrenzt und es bleibt im
    Moment, wie schon in den letzten Jahren, nur die Empfehlung keinesfalls größere
    Maschenweiten als 30 mm zu verwenden und die Hoffnung, dass die Bewirtschaftung in
    Zukunft an die Reinankenpopulation angepasst wird.
    Herzlichen Dank an den Fischereirevierverband Spittal/Drau für die Finanzierung dieser Arbeit
    und die Bereitstellung der Kiemennetze, an lngrid Brugger für die Benützung ihres Bootes und
    ihrer Räumlichkeiten, an Günter Palle für seine Befischungsdaten und seine Fangstatistiken
    und an alle die sich für die Fische des Millstätter Sees engagieren.