Beiträge von maxmeister

    Ich glaube, der Grund warum gerade Angler so einem Ausrüstungswahn erliegen ist ganz einfach im Prinzip Angeln begründet. Angler sind sozusagen von Beginn an Optimierer. Wenn ich nichts fange, überlege ich stundenlang während des Nichtsfangens, woran es liegen könnte. Die Antwort: Am Gerät! liegt immer nahe. Nach zweimal nichts fangen, will ich andere Köder, dünnere Schnüre, schnellere Boote, was auch immer. Ich habe als Uferangler angefangen und sah, wie die Angler im Boot Erfolg hatten. Also Boot her. Dann sah ich, dass die Kollegen mit Schleppmotor viel bessere Fangchancen hatten - also Motor her. Dann ein besserer Motor. Dann ein Downrigger-System. Dann ein Echolot etc. Es ist gemein, aber jeder erfolglose Tag macht uns anfällig für das nächste Produkt...

    Mich interessiert ja schon auch die Meta-Ebene bei diesem Thema, weil ich selbst merke: Das Ausrüstung kaufen und Material checken macht (gerade im WInter) nicht nur wirklich Spaß, es ist sogar wichtiger Teil der Passion, finde ich. Alles zu sichten, zu kaufen zu sortieren, zu basteln und zu binden etc, manchmal kommt mir das sogar wie der größere aktive Teil vor, weil man eben ständig über die AUsrüstung nachdenkt oder googlet etc. Ein bisschen wie bei Modelleisenbahnen, wo ja auch das Sortiment und seine Beschaffung den größten Kick gibt, das Fahrenlassen ist dagegen eher naja, Pflichtübung...


    Andereseits ist der überausgetstattete Fischer dann auch unsouveräner, zumindest geht es mir so. Einfach gesagt. Seit meine Wobblerboxen überquellen, bin ich ständig versucht, was anderes auszuprobieren und werde immer leichter unegduldig oder bin einfach vvor lauter Auswahl ratlos. Und auch der Start am Boot dauert länger, bis alle geilen Accessoires angeschraubt, ausgepackt und verladen sind, bis die neuen Montagen gebastelt etc sind. Eigentlich ist es wie früher mit Musik, man kaufte eine Platte und hörte wirklich ausgiebig und tief rein, wiel einfach kein Geld für eine neue da war, erstmal. Jetzt mit den monatlichen Ausrüstungs-Hypes, hat man kaum mehr Muse den Wunderköder vom letzten Sommer wirklich mal ausgiebig zu fischen & zu verstehen. Da wird das moderne Material dann Ballast und ich denke heute oft, dass das eigentlich Glück eben doch im schnellen und simplen Fischen liegt und versuche mich, wieder dahin zurück zu bewegen. Ausrüstungs-Detox, sozusagen!

    Um auch mal was Gutes zu sagen - ich fand letztes Jahr die neue Regel mit den 2 mal 3 Hegenen eine wirklich gute Erweiterung. Man kann Tiefen ausprobieren, ich hatte immer eine Zupf- und eine Stopsel-Rute draußen, das ist unterhaltsam und zeigte eben, dass die Renken an manchen Tagen auch nur auf eine bestimmte Methode stehen. Außerdem habe ich im Sommer oft neben der 3er-Hegene eine KöFi-Angel rausgelegt, was ebenfalls nicht unspannend ist. Auch wenn man meistens nur staunen kann, was in so ein Barschmaul reinpasst...aber irgendwann wird auf die tote Rute auch mal was Besseres beissen, da bin ich sicher...

    Ja, ich habe das Ding gelegentlich in Betrieb. Bin vor allem vom leichten Handling und der supersmarten Funktionsweise auf dem Handy inkl GPS Kartenaufzeichnung etc wirklic sehr begeistert. Ein echter Fortschritt, passt alles in die Jackentasche und funktioniert völlig unempfindlich. Als Tiefenmesser und Strukturanzeige funktioniert das Gerät wirklich topgenau und einwandfrei, so lange bis der Akku leer ist. Was die Fischanzeige angeht, kenne ich mich zu wenig mit anderen Echoloten aus, um das einschätzen zu können, Renken darüber aktiv suchen klappt nur gelegentlich, am Chiemsee hatten wir mal direkt über einem beissenden Schwarm geankert und es war nix auf dem Bildschirm, also, naja. Aber mir geht es eh nur um das Struktur- und Tiefe peilen, Fischfernsehen brauche ich nicht.

    Ja, bin jetzt auch zufrieden, am besten gehts bei wenig bis mittleren Wellen. Die Bisse sind bei mir allesamt schon vor dem Umfallen deutlich am Gezuppel zu erkennen gewesen, was bei so einem Trumm ja gar nicht so selbstverständlich ist....macht Spaß und ich bin froh, nicht mehr am Stopper fummeln zu müssen.

    Hm, also bei mir ist der neue Catcher erst nach einiger Biegerei und mit 30er-schnur und 40er-Blei einigermaßen zuverlässig schie gestanden. Bei Wellengang kippt er schon sehr stark mit und wird irgendwann auch einfach umgelegt, das ist vermutlich bei viel Auf-Ab nicht zu vermeiden. So richtig Vertrauen habe ich noch nicht in das Ding.

    Hallo Redde,

    klar, an den See kommt man grundsätzlich ganz gut ran, das Problem ist - deine Wurfweite führt dich gerne nicht weiter als bis zu 1 Meter wassertiefe und da stehen dann selten die Barsche, es gibt also oft ziemlich flache Bereiche, über die man erstmal rüber muss. Dabei helfen Stege und Dampferanleger ungemein, da allerdings wirst du keine ruhige Minute haben und bist nicht wohlgelitten als Angler. Also brauchst du Stellen, wo du in Wurfweite an die Kante kommst. In Tutzing am Midgardhaus ist zum Beispiel so ein Abschnitt, auch am Ostufer liegt die Kante zwischen zb. Leoni und Allmannshausen recht nah. Barsche sind allerdings gar nicht so einfach zu finden wie in anderen Seen, ich habe ein zeitlang recht kurzweilige Barschangelei mit DropShot von den Stegen im Paradies/Possenhofen betrieben. Aber auch da mit Beginn der Badesaison eine reine Qual....also, die Probleme liegen nicht so sehr im Erreichen des Gewässers. Aber versuchen sollte man es trotzdem!

    Hallo liebe MItangler,
    im WInter macht man sich ja irgendwann daran, sein Zeug wieder zu richten. Bei mir ist Folgendes zu machen - in meinem einfache GfK-Boot gibt es eine Ruderbank, auf der ich sitze, die aber auch als Stauraum dient und deren Sitzfläche also abnehmbar und aus festem Stahlblech ist. Der Vorbesitzer hatte dafür eine Gymnastikmatte ausgeschnitten & aufgeklebt, die allerdings jetzt durchgesessen & unansehnlich ist und sowieso nie toll war. Habe die Reste abgekratzt, die Frage ist nur - was als Ersatz? Fällt euch ein gutes Material ein, dass ein bisschen mehr Komfort gibt als Blech, sauber darauf zu befestigen ist und Regen und Sonne eine Zeitlang standhält? Balkonrasen? Maulwurfsfell?

    Hallo Rainer,
    dazu wurde hier im Forum schon sehr viel geschrieben, ich empfehle mal, die einzelnen Monats-Fangthreads aus den letzten Jahren zum Starnberger See hier durchzulesen, da steckt sehr viel Praxis-Info drin...
    Viele Grüße
    max

    Hallo ihr beiden, das freut mich sehr, was ihr da schreibt. Die Gefahr, wenn man über die persönliche Leidenschaft schreibt, ist ja immer, dass es sich irgendwie als Binnenbegeisteurng herausstellt, die sonst niemand so recht nachvollziehen kann. Deswegen bin ich sehr froh, wenn ich höre, dass ich nicht nur über mein Angeln geschrieben habe, sondern ein bisschen auch über eures.

    Heute liefen die Renken schon recht gut - in drei Stunden an der Roseninsel vollgemacht, alle zwischen zehn und zwölf Meter und alle randvoll mit Nymphen. Wasser hat schon 11 Grad, geht ganz schön schnell...wunderbarer Tag auf dem Wasser, wie aus dem Bilderbuch.

    Stefan Das Holzboot steht leider wieder im Garten. Zu undicht, zu schwer und mit Landliegeplatz only auch dauerhaft nicht gut in den Griff zu kriegen. O-Ton Bootsbauer: "Ich kanns für 5000 Euro dicht machen. Aber dann ist es trotzdem in zwei Jahren wieder undicht." Naja. Jetzt Gfk-Schüssel, hässlich aber praktisch...

    Hab am Samstag mal eine kleine Runde gedreht, um zu sehen ob das Boot noch dicht ist. Echolot vom Kumpel war auch dabei - vereinzelt Fischsignale auf 20 Meter, Wassertemperatur zwischen 3 und 5 Grad, kein Schlupf, zumindest habe ich nix gesehen. Sah aber trotzdem schon alles wieder sehr gut aus!!!

    Dieses Thema kommt ja immer wieder auf. Ich glaube, jetzt mal unabhängig vom aktuellen Fall, das liegt dann oft daran, dass Neuankömmlinge voller Eifer in aktuelle Threads (Allgemein-)Fragen posten und dann ein bisschen unwirsch behandelt oder auch mal vernachlässigt werden. Das ist von beiden Seiten zu verstehen. Als Neuer im Forum (und nicht selten auch in der Angelei überhaupt), weiß man von so vielen Hasen noch nicht wie sie laufen, wie die Sprach-Codes funktionieren, was man überhaupt erfragen kann und was nicht. Man will halt endlich nächsten Samstag mal fischen und sprudelt so rum. Total normal. Und als Alt-Forist hat man eben mehr Interesse an den spezifischen Details zu tüfteln und will Neues und nicht dauernd die Basics wiederholen oder dauernd vom Thema abkommen. Deswegen sehe ich es auch als Pflicht der Neuen, erstmal zu sehen was die Suche ausspuckt, die Thread-Verzeichnisse durchzublättern und eben auch mal die Allgemeinen Informationen zu lesen, die hier so praktisch vor jedem Gewässer stehen. Wenn dann noch Fragen offen sind und man beim Fragen signalisiert, dass man schon alle passiven Quellen angezapft hat, wird es, denke ich, genug hilfreiche Tipps geben.


    Grundsätzlich keine Tipps oder Fangmeldungen mehr zu schreiben, führt das Forum längerfristig ad absurdum. Wir sitzen ja irgendwie alle im gleichen Boot hier, wollen was lesen, uns inspirieren, informieren und unterhalten. Manche sitzen öfter im Boot als andere, kennen sich besser aus, sind bessere Fischer. Keiner verlangt, dass die ihre komplette Trickkiste ausleeren. Es reichen doch ein paar vage Angaben, Andeutungen, es reicht ja sogar auch nur zu sagen, dass was ging, am Westufer oder beim Schleppen. Daraus macht sich der geneigte ANgelkollege dann schon seinen Reim - und hat noch mal mehr Lust, es am Samstag selbst auszuprobieren.


    In diesem Sinne
    Euer Salomon Max

    Liebe Forumsfreunde, diese Woche ist ein neues Buch von mir erschienen, das ich euch gerne vorstellen würde, denn es dreht sich, nunja, rund um unsere Passion:


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    Ich hatte schon immer das Gefühl, dass man darüber nachdenken sollte, was die urtümliche Faszination am Angeln ausmacht und warum Angeln in den letzten Jahren neue Aufmerksamkeit bekommt. Gleichzeitig wollte ich die vielen kleinen Geschichten aus denen ein guter Angeltag besteht, einmal aufschreiben und damit für Angler und auch interessierte Nichtangler in Worte fassen, um was es eigentlich geht. Außerdem erzählt das Buch in kleinen Kapiteln eine fröhliche Angelbiographie: Wie ich gemeinsam mit meinem Vater mit elf Jahren die Prüfung gemacht habe und wir dann nach vielen kleinen Katastrophen langsam zu echten Anglern wurden.


    Ein Lesebuch für alle, denen die Angelpresse zu nüchtern ist und der Versuch, den Zauber in Worte zu fassen. Würde mich freuen, wenn ihr mal reinlest.


    Viele Grüße, guten Saisonstart
    max