Beiträge von maxmeister

    Ah, ich liebe diese Zeit kurz vor Saisonafang, wo seitenlang die kleinsten Details auf den Seziertisch kommen. Alle schön im roten Druckbereich, so gehört sich das!

    Wahrscheinlich gibts gleich auch noch einen kleinen Forums-Knatsch und dann ist endlich Anfischen. Und spätestens am Mai hört man dann wochenlang gar nix mehr, weil alle befriedigt über den See dümpeln.



    Ich fische den verbesserten Albright. Aber vermutlich auch nur, weil es sich so gut anhört zu sagen: ich fische den verbesserten Albright.

    Haltet durch!

    War auch vor drei Jahren da mit Freundin unterwegs. Ich hatte mir die Sache vom Ufer eigentlich einfacher vorgestellt, aber die üblichen Probleme beim Urlaubs-Meeresangeln treten auch im Angeparadies Island auf:

    Man kommt nicht richtig ans Wasser.

    Man kommt ans Wasser, hat aber allerhand Tang und Algen zu überwerfen.

    Man kommt ans Wasser, aber es rührt sich i Wurfweite überhaupt nix.

    Das war besonders frustrierend, weil man ja weiß, dass grunsätzlich Fisch in Hülle und Fülle rumschwimmt nur halt eben gerade nicht da wo man ist. Ein paar Köhler an der Spinnrute waren es schließlich bei mir, das war im Juni und ich habe ingsesamt vielleicht zehn Stunden gefischt...

    Ich glaube, der Grund warum gerade Angler so einem Ausrüstungswahn erliegen ist ganz einfach im Prinzip Angeln begründet. Angler sind sozusagen von Beginn an Optimierer. Wenn ich nichts fange, überlege ich stundenlang während des Nichtsfangens, woran es liegen könnte. Die Antwort: Am Gerät! liegt immer nahe. Nach zweimal nichts fangen, will ich andere Köder, dünnere Schnüre, schnellere Boote, was auch immer. Ich habe als Uferangler angefangen und sah, wie die Angler im Boot Erfolg hatten. Also Boot her. Dann sah ich, dass die Kollegen mit Schleppmotor viel bessere Fangchancen hatten - also Motor her. Dann ein besserer Motor. Dann ein Downrigger-System. Dann ein Echolot etc. Es ist gemein, aber jeder erfolglose Tag macht uns anfällig für das nächste Produkt...

    Mich interessiert ja schon auch die Meta-Ebene bei diesem Thema, weil ich selbst merke: Das Ausrüstung kaufen und Material checken macht (gerade im WInter) nicht nur wirklich Spaß, es ist sogar wichtiger Teil der Passion, finde ich. Alles zu sichten, zu kaufen zu sortieren, zu basteln und zu binden etc, manchmal kommt mir das sogar wie der größere aktive Teil vor, weil man eben ständig über die AUsrüstung nachdenkt oder googlet etc. Ein bisschen wie bei Modelleisenbahnen, wo ja auch das Sortiment und seine Beschaffung den größten Kick gibt, das Fahrenlassen ist dagegen eher naja, Pflichtübung...


    Andereseits ist der überausgetstattete Fischer dann auch unsouveräner, zumindest geht es mir so. Einfach gesagt. Seit meine Wobblerboxen überquellen, bin ich ständig versucht, was anderes auszuprobieren und werde immer leichter unegduldig oder bin einfach vvor lauter Auswahl ratlos. Und auch der Start am Boot dauert länger, bis alle geilen Accessoires angeschraubt, ausgepackt und verladen sind, bis die neuen Montagen gebastelt etc sind. Eigentlich ist es wie früher mit Musik, man kaufte eine Platte und hörte wirklich ausgiebig und tief rein, wiel einfach kein Geld für eine neue da war, erstmal. Jetzt mit den monatlichen Ausrüstungs-Hypes, hat man kaum mehr Muse den Wunderköder vom letzten Sommer wirklich mal ausgiebig zu fischen & zu verstehen. Da wird das moderne Material dann Ballast und ich denke heute oft, dass das eigentlich Glück eben doch im schnellen und simplen Fischen liegt und versuche mich, wieder dahin zurück zu bewegen. Ausrüstungs-Detox, sozusagen!

    Um auch mal was Gutes zu sagen - ich fand letztes Jahr die neue Regel mit den 2 mal 3 Hegenen eine wirklich gute Erweiterung. Man kann Tiefen ausprobieren, ich hatte immer eine Zupf- und eine Stopsel-Rute draußen, das ist unterhaltsam und zeigte eben, dass die Renken an manchen Tagen auch nur auf eine bestimmte Methode stehen. Außerdem habe ich im Sommer oft neben der 3er-Hegene eine KöFi-Angel rausgelegt, was ebenfalls nicht unspannend ist. Auch wenn man meistens nur staunen kann, was in so ein Barschmaul reinpasst...aber irgendwann wird auf die tote Rute auch mal was Besseres beissen, da bin ich sicher...

    Ja, ich habe das Ding gelegentlich in Betrieb. Bin vor allem vom leichten Handling und der supersmarten Funktionsweise auf dem Handy inkl GPS Kartenaufzeichnung etc wirklic sehr begeistert. Ein echter Fortschritt, passt alles in die Jackentasche und funktioniert völlig unempfindlich. Als Tiefenmesser und Strukturanzeige funktioniert das Gerät wirklich topgenau und einwandfrei, so lange bis der Akku leer ist. Was die Fischanzeige angeht, kenne ich mich zu wenig mit anderen Echoloten aus, um das einschätzen zu können, Renken darüber aktiv suchen klappt nur gelegentlich, am Chiemsee hatten wir mal direkt über einem beissenden Schwarm geankert und es war nix auf dem Bildschirm, also, naja. Aber mir geht es eh nur um das Struktur- und Tiefe peilen, Fischfernsehen brauche ich nicht.

    Ja, bin jetzt auch zufrieden, am besten gehts bei wenig bis mittleren Wellen. Die Bisse sind bei mir allesamt schon vor dem Umfallen deutlich am Gezuppel zu erkennen gewesen, was bei so einem Trumm ja gar nicht so selbstverständlich ist....macht Spaß und ich bin froh, nicht mehr am Stopper fummeln zu müssen.

    Hm, also bei mir ist der neue Catcher erst nach einiger Biegerei und mit 30er-schnur und 40er-Blei einigermaßen zuverlässig schie gestanden. Bei Wellengang kippt er schon sehr stark mit und wird irgendwann auch einfach umgelegt, das ist vermutlich bei viel Auf-Ab nicht zu vermeiden. So richtig Vertrauen habe ich noch nicht in das Ding.

    Hallo Redde,

    klar, an den See kommt man grundsätzlich ganz gut ran, das Problem ist - deine Wurfweite führt dich gerne nicht weiter als bis zu 1 Meter wassertiefe und da stehen dann selten die Barsche, es gibt also oft ziemlich flache Bereiche, über die man erstmal rüber muss. Dabei helfen Stege und Dampferanleger ungemein, da allerdings wirst du keine ruhige Minute haben und bist nicht wohlgelitten als Angler. Also brauchst du Stellen, wo du in Wurfweite an die Kante kommst. In Tutzing am Midgardhaus ist zum Beispiel so ein Abschnitt, auch am Ostufer liegt die Kante zwischen zb. Leoni und Allmannshausen recht nah. Barsche sind allerdings gar nicht so einfach zu finden wie in anderen Seen, ich habe ein zeitlang recht kurzweilige Barschangelei mit DropShot von den Stegen im Paradies/Possenhofen betrieben. Aber auch da mit Beginn der Badesaison eine reine Qual....also, die Probleme liegen nicht so sehr im Erreichen des Gewässers. Aber versuchen sollte man es trotzdem!

    Hallo liebe MItangler,
    im WInter macht man sich ja irgendwann daran, sein Zeug wieder zu richten. Bei mir ist Folgendes zu machen - in meinem einfache GfK-Boot gibt es eine Ruderbank, auf der ich sitze, die aber auch als Stauraum dient und deren Sitzfläche also abnehmbar und aus festem Stahlblech ist. Der Vorbesitzer hatte dafür eine Gymnastikmatte ausgeschnitten & aufgeklebt, die allerdings jetzt durchgesessen & unansehnlich ist und sowieso nie toll war. Habe die Reste abgekratzt, die Frage ist nur - was als Ersatz? Fällt euch ein gutes Material ein, dass ein bisschen mehr Komfort gibt als Blech, sauber darauf zu befestigen ist und Regen und Sonne eine Zeitlang standhält? Balkonrasen? Maulwurfsfell?

    Hallo Rainer,
    dazu wurde hier im Forum schon sehr viel geschrieben, ich empfehle mal, die einzelnen Monats-Fangthreads aus den letzten Jahren zum Starnberger See hier durchzulesen, da steckt sehr viel Praxis-Info drin...
    Viele Grüße
    max

    Hallo ihr beiden, das freut mich sehr, was ihr da schreibt. Die Gefahr, wenn man über die persönliche Leidenschaft schreibt, ist ja immer, dass es sich irgendwie als Binnenbegeisteurng herausstellt, die sonst niemand so recht nachvollziehen kann. Deswegen bin ich sehr froh, wenn ich höre, dass ich nicht nur über mein Angeln geschrieben habe, sondern ein bisschen auch über eures.

    Heute liefen die Renken schon recht gut - in drei Stunden an der Roseninsel vollgemacht, alle zwischen zehn und zwölf Meter und alle randvoll mit Nymphen. Wasser hat schon 11 Grad, geht ganz schön schnell...wunderbarer Tag auf dem Wasser, wie aus dem Bilderbuch.

    Stefan Das Holzboot steht leider wieder im Garten. Zu undicht, zu schwer und mit Landliegeplatz only auch dauerhaft nicht gut in den Griff zu kriegen. O-Ton Bootsbauer: "Ich kanns für 5000 Euro dicht machen. Aber dann ist es trotzdem in zwei Jahren wieder undicht." Naja. Jetzt Gfk-Schüssel, hässlich aber praktisch...