Auch was über die Äsche

  • Die Äsche



    Wissenschaftlicher Name : Thymallus thymallus L. (Europäische Äsche) lat.salmo thymallus


    Die Äsche ist der Leitfisch der nach ihr genannten Äschenregion.


    Die Äschenregion wird dem Rhithral zugeordnet und verweist immer noch auf eine starke Strömung. Die Temperatur steigt hier schon auf 15 Grad Celsius, was der Äsche entgegenkommt. Die Äschen sind in der Forellenregion auf Grund des kalten Wassers nicht anzutreffen, wogegen umgekehrt sich die Forelle im Wohnzimmer der Äsche noch ziemlich wohl fühlt. Wir finden in der Äschenregion schon deutlich mehr Pflanzen als in der Forellenregion, der Grund ist feinkiesig .Das sauerstoffreiche Wasser fliesst ab und an schon ziemlich ruhig, unterbrochen mit turbulent strömenden Gewässerabschnitten.



     
    Seit Mitte der 80er Jahre wurde ein immer stärkerer Rückgang der Äschenpopulationen verzeichnet, intakte Bestände sind fast nicht mehr anzutreffen und teilweise sind einzelne Bestände schon völlig zusammengebrochen. Die Äsche ist bislang in der Teichhaltung nur sehr schwierig zu halten, so dass nicht genug Besatzfische zur Stützung der Bestände verfügbar sind. Da die Äsche empfindlich gegen Abwassereinleitungen ist, ist sie bei uns heute selten geworden. Hinzu kommt eine vermehrte Verschlammung der Kiesbänke unserer Gewässer, so das der Laich nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Der Kormoran tut sein übriges. Da die Äsche im Gegensatz zur Forelle bei Gefahr keine Deckung sucht, ist sie eine leichte Beute für ihre Fressfeinde.
    Die Äsche wird in der Roten Liste leider erst auf Stufe drei geführt „Status gefährdet“!


    Meines Erachtens ist sie zumindest in Deutschland als „Stark gefährdet einzustufen“!


    Sie gehört also zu den Arten, deren Bestände regional oder vielerorts lokal zurückgehen, anhaltend niedrig und lokal verschwunden sind.



    Die Äsche konnte sich im Laufe der achtziger Jahre aufgrund der verstärkten Gewässerreinhaltung wieder etwas erholen und trat in kleineren und mittelgroßen Flüssen wieder häufiger auf. Es zeigte sich jedoch, daß die Äsche nur in morphologisch gut strukturierten Flußbereiche zurückkehrte und ausgebaute Flußstrecken mied. Auch schwanken die Populationen in ihrer Größe noch sehr stark. In trockenen Sommern mit geringem Abfluß scheinen einzelne Flußbereiche wieder verlassen zu werden. Es liegt nach wie vor eine deutliche Gefährdung der Äsche vor. Mit ein Hauptgrund ist die Verbauungssituation. Die Äsche kann somit nicht selbständig in geeignete Gewässerbereiche zurückkehren . Wir erkennen, dass der Kormoran nicht alleine der böse Bube ist.



     
    Merkmale:


    Größe: 25-30 cm, max. bis 60 cm. Gewicht: Bis max. 3 kg. Der deutsche Rekord liegt laut Blinker bei 2,7 kg.
    Die Äsche ist mit einer mäßig langgestreckten und seitlich abgeflachten Körper ausgestattet. Ihr Kopf hat eine spitze leicht unterständische Schnauze, und ist eher klein. Wie alle Salmoniden hat sie eine Fettflosse. Entlang der Seitenlinie lassen sich 74-96 Schuppen zählen. Ihr ‚Rücken hat eine bläulichgrau bis graugrüne Färbung, und wird wie ihre Seite mir unregelmäßigen schwarzen Flecken gesprenkelt. Der Bauch und die Flanken ist messingfarben bis silbrigweiß. Während der Laichzeit schimmert der Bauch und die Flanken rötlich. Ihre Augen sind nicht rund wie bei der Forelle, sondern ist nach vorne winklig verzogen (ähnlich der Renken). Das Pflugscharbein ist am Stiel unbezahnt. Hervorhebend ist die Rückenflosse unter den einheimischen Fischen zu bezeichnen. Die Äsche wird wegen ihr auch Fahnenträgerin genannt. Die Rückenflosse ist auffallend hoch und lang, und hat vier bis fünf Reihen rötliche Augenflecken. Rücken, After und Bauchflossen sind beim Männchen größer als beim Weibchen. Die Fahne wird mit zunehmendem Alter im Verhältnis noch höher. Während der Laichzeit schmücken sich die Milchner mit einer glänzend rot-violetter Rückenflosse, die dann mit dem ganzen Spektrum eines Regenbogens leuchtet.


    Die Äsche ist als Standortfisch zu bezeichnen und lebt gerne gesellig. Speziell zur Laichzeit lassen sich sehr große Schulen beobachten. Im März/ April führen adulte Fische bis zu nachweislich 7 km stromaufwärts gerichtete Laichwanderungen durch. Die Äsche sucht dabei geeignete Laichplätze. Bevorzugt wird dabei ein Sand-Kiessediment im Übergangsbereich zwischen stärkerer Strömung und der Stillwasserzonen. Die Wassertiefe beträgt in den aufgesuchten Bereichen zwischen 20 und 40 cm. Hier werden von der Rognerin etwa 4cm tiefe Gruben geschlagen und je nach Körpergewicht zwischen 3 und 6tausend Eier mit einem Durchmesser von 4mm abgelegt.. Der Milchner legt bei der Befruchtung der eier liebevoll seine ausgeprägte fahne über den Rücken des Rogners.
    Die Wassertemperatur sollte 8 Grad Celsius erreicht haben. Während der Laichzeit zeigen die ansonsten geselligen Milchner ein ausgeprägtes Revierverhalten, die Plätze werden mit erbitterten Kämpfen verteidigt.


    Die kleinmäuligen Äschen leben vorwiegend von wirbellosen Tieren wie Insektenlarven Würmern und Schnecken. Ebenso halten sie sich an Algen schadlos. Gerne springen sie auch nach fliegender Beute und schnappen sich auf die Wasseroberfläche gefallene Insekten.



    Größere Fische nehmen auch mal Kleinfische wie Elritzen, und machen auch vor dem eigenen Nachwuchs nicht halt.


    Wirtschaftlich gesehen fanden die Äschen keinen Nutzen. Ihr langsames Wachstum und ihr hoher ökologischer Anspruch an die Wasserqualität verspricht keine Rendite. Sie werden aber aus Besatzgründen heutzutage auch notwendigerweise gezüchtet.


    Die Äsche gilt als ausgezeichneter Speisefisch. Sie hat ein gut schmeckendes weißes Fleisch, das im frischen Zustand nach Thymian duftet. Daher hat sie auch ihren lateinischen Namen erhalten.



    Der Äsche wird hauptsächlich mit der Fliegenrute nachgestellt, auf Grund ihres kleinen Maules wird eine Hakengröße von 14 bis 18 empfohlen. Auch die leichte Posenmontage oder leichte Grundmontage verspricht Erfolg. Als Köder dienen dann Köcherfliegenlarven, Maden und kleine Würmer, aber auch Mais ist sehr fängig. Auf Grund ihrer Geselligkeit kann man, wenn man erst eine gefangen hat, auch mit mehreren Fischen rechnen. Vorsichtiges Verhalten an der Angelstelle ist angesagt, denn die Äsche sucht bei Gefahr zwar keine Deckung, ist aber schon als sehr scheu einzustufen.



    Für die Bilder bedanke ich mich bei Rolf Renngli und Frank Renken
    Petri Heil