Schweden Wandern und Fischen - Kurzbericht

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  • Hallo, hier ein kurzer Bericht über eine kombinierte Wander-Fischtour im nordschwedischen Fjäll.
    Ich war am Wochenende in Tärnaby-Hemavan zum Fischen, sonst ist die Ecke hauptsächlich bekannt für Wintersport. Die Runde ist geschätzte 10-12 km lang und gut als Tagestour mit vielen Fisch-Stopps zu machen. Alles liegt aber noch unter der Baumgrenze und entsprechend viele Mücken und Bremer erwarten einen im Gebüsch!
    Ausgangspunkt Joeström, westlich von Tärnaby. Nach ca. halbstündigem Aufstieg kommt man zum ersten ersten See "Genaren". Hier konnte ich mit Blinker eine kleinere und eine schöne 45er Bachforelle fangen, hab aber das Gefühl dass der See als erster in der Runde am stärksten befischt wird. Hier waren einige andere Angler unterwegs, während ich an der anderen Seen keinen Menschen mehr getroffen habe. Weiter ging's über einige kleinere Seen zum Holmtjärn, dem wohl interessantesten See in der Runde. Viel Aktivität an der Oberfläche, einige Bisse und Nachläufer auf den 8g Effzett. Allerdings ist nichts mehr hängen geblieben, was aber sicher auch daran liegt, dass ich nur mit Einzelhaken gefischt habe. Insgesamt wäre aber Fliegenfischen an dem Tag sicher die bessere Methode gewesen, da ich aber nicht wusste was mich erwartet, bin ich nur mit Spinnrute losgezogen. Der Holmtjärn schaut mit seinen flachen, kiesigen Ufern recht gut bewatbar aus, aber dafür muss man die Wathose und restliche Ausrüstung auch erst anderthalb Stunden hintragen. Spriolino wäre wohl auch eine Möglichkeit, aber damit kenn ich mich nicht wirklich aus und hab ich auch nicht versucht.
    Die Seen werden von der Provinzverwaltung regelmäßig besetzt und Angelkarten gibt's in Tärnaby in der Touri-Info oder online "Jofjällsområdet, östra delen" bei https://natureit.se/en?language=en.
    Insgesamt eine sehr nette Runde, die ich beim nächsten Mal mit Fliege in der einen oder anderen Art im Gepäck gerne wiederholen möchte.
    Übernachtet habe ich auf dem Campingplatz in Tärnaby. Direkt am Campingplatz entlang fließt der Tärnaån. Hier werden regelmäßig Forellen im 2-3 kg Bereich gefangen. Als ich da war, waren wahnsinnig viele Köcherfliegen unterwegs, wie ich es noch nie zuvor gesehen hab. In richtigen Bahnen sind die den Fluß hinunter getrieben und sind über den Baumwipfeln geschwärmt wie die Maikäfer! Besonders oberhalb der Straßenbrücke waren dann auch entsprechend viele Fische am Steigen. Mit einer großen hat's leider nicht geklappt, aber eine 42er durfte mit zum Abendessen.
    Wandern ohne Fischen kann man auch noch schön in der Gegend, z.B. auf den Atoklimpen, Geavhtavaartoe oder Ryfjället.

    Noch zur Ergänzung, ich bin dann weiter nach Norwegen zum Sjobakken Fiskecamp südlich von Mo I Rana. Hier konnte ich von den Klippen am Eingang zur Bucht, in der der Campingplatz liegt, jede Menge Markrelen und einige Dorsche bis ca 55cm fangen. Gefischt hab ich mit 20g Meerforellenblinkern, auf Einzelhaken umgerüstet, da spart man sich dann doch manchen Hänger und zurücksetzen ist auch kein Problem. Auf der "Fjordseite" über tiefem Wasser blieb ich erfolglos, wurde aber durch Schweinswale entschädigt, die dirket am Ufer entlangzogen
     ^^ .

    Viele Grüße

    Wolfgang



  • Servus Wolfgang,


    recht herzlichen Dank für deinen interessanten Urlaubsbericht. Ich persönlich bin auch ein Schweden-Fan, mit seiner Landschaft, netten und offenen Menschen und vorallem mit seinen vielfältigen Angelmöglichkeiten.


    Gruß


    Schorsch

  • Ich hab ja das Glück, seit gut drei Jahren in Schweden leben zu können, also mitten im Fisch :). Tolle Hecht- und Barschfischerei direkt vor der Haustür, mit dem Vindelälven einen Lachsfluß in Nähe, auch wenn meine bisherigen Behühungen bisher nicht von Erfolg gekrönt waren. Aber zum Forellenfischen, wenn's nicht Put&Take sein soll, sind's dann immer noch ein paar hundert Kilometer in die Berge. Da war die Wanderrunde echt wieder mal ein kleines Highlight!

  • Ich war nun dieses Jahr auch wieder in der Ecke Hemavan-Tärnaby zum Wandern und Fischen. Das Wandern stand vielleicht etwas im Vordergrund, weil mein Hund auch mit dabei war und der hat gern mal nicht so viel Verständnis, wenn ich mich an einem Spot festbeisse und nichts weitergeht... ;) Aber das hat hat schon so gepasst, viel wandern in schöner Landschaft und neue Ecken auskundschaften. Das Wetter war recht kühl, mit anhaltendem Nordwind, eher suboptimal für ergiebige Fischerei, aber dafür gab's dann auch keine Mücken.


    Am ersten Tag und voller Erwartung zum Östra Jofjället, das ich ja schon vom letzten Jahr kannte. Hab die Tour um zwei Seen erweitert, doch diesmal leider, wohl wetterbedingt, wenig Aktivität und am Ende waren's drei Bachforellen. Die größte ca. 38 cm, wunderschön und buttergelb.


    Am nächsten Tag zu ein paar Seen im Västra und Östra Björkfjället in der Nähe von Tärnaby. Es war nicht ganz einfach hinzukommen, weil ich den Einstieg zum Pfad nicht gefunden habe und dann querfeld nach Karte und Kompass durch Wald und Sumpf hingestiefelt bin. Das war durchaus spannend und dem Hund hat's jedenfalls gefallen :). Fischereilich allerdings wenig aufregend. Es war noch kühler und windiger als am Vortag und der ganze Erfolg waren drei Bisse in einer windstillen Ecke, die ich dann auch alle drei vermurkst habe...


    Am übernächsten Tag ging's auf einer längeren Wanderung ins Västra Jofjället zu den Seen Säjnesjaevrie und Rikarsjön. Im Säjnesjaevrie konnte ich meinen ersten und einzigen Saibling der Tour (und auch einzigen Fisch des Tages) fangen, einen ca. 30er. Am Rikarsjön war null Aktivität und da hab ich mich auch gar nicht länger aufgehalten.


    Am letzten Tag dann zu einem See in eimen Tag des Ryfjället, ausgehend von Yttervik. Der See ist relativ gut zu erreichen und es gibt eine Reihe mehr Seen in dem Tal, hab aber nur den ersten befischt. Es war wieder wärmer, schwül, windstill und hurra - die Mücken waren auch wieder da! Nach gewissen Startschwierigkeiten, Messer vergessen, wieder umgedreht, dann den falschen Steig erwischt, zu hoch ins Fjäll aufgestiegen und weglos über Stock und Stein zu dem Seen abgestiegen... Der See selber ist nicht besonders gut zugänglich, man muss sich viel durch Weidengebüsch, Birkenunterholz und Wacholder schlagen, um ans Ufer zu gelangen. Ich konnte dann aber doch vier Bachforellen zwischen 25 und 30 cm fangen und eine ca. 40 ist ausgekommen. Keine besonders großen Fische, aber ein echter Genuss diese Bergseeforellen. Und mit den Entnahmen und dem Long-Line-Release hab ich mich auch genau an die Empfehung in der Lizenz gehalten ;). Danach soll man unter 30 cm entnehmen und darüber zurücksetzen, um das Tausendbrüder-Problem, sprich kleinwüchsige Bestände, zu vermeiden.


    Insgesamt war's wieder eine schöne, interessant Runde, auch wenn wegen des Wetters die Fische nicht ganz so mitgespielt haben, wie ich gehofft hatte.


    Grüße

    Wolfgang