Die Regenbogenforelle

Ihr Zugriff auf dieses Thema wurde eingeschränkt. Insgesamt gibt es 6 Beiträge in diesem Thema.
Um sie alle lesen zu können müssen Sie sich vorher anmelden oder registrieren oder freischalten lassen.

  • Die Regenbogenforelle


    Wissenschaftlicher Name: Oncorhynchus mykiss


    Die Regenbogenforelle wurde Ende des 19ten Jahrhunderts, zuerst in England und später in ganz Europa eingeführt.
    Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo sie an der West - und Nordküste ihre Heimat hat.
    Im engeren Sinne ist sie keine Forelle, sondern eine Art der Familie der pazifischen Zahnlachse, die - ähnlich wie die in Europa heimische Bachforelle - ebenfalls ökologische Stationärformen und Wanderformen ausbildet. Durch die den einheimischen Forellen der Art salmo trutta ähnliche Bezahnung des Pflugscharbeins (Vomer) mit zwei Längs - und einer Querreihe von Zähnen wurde sie jedoch in die Nähe der Forellen gerückt.
    Seid Mitte des letzten Jahrhunderts wurde in Europa eine Kreuzung eingebürgert, die aus der Stammform Salmo gairdneri und der Salmo g. shasta gezüchtet wurde. Die Salmo gairdneri ist die Stammform, und zieht ähnlich unserer Meerforelle zum laichen in die Flüsse. Die Salmo g. shasta ist eine reine Süßwasserform ähnlich unserer Bachforelle. In Nordamerika noch genauer in Kanada pflanzen sich noch beide Arten natürlich fort.



    Wahrscheinlich durch die Gene der Stammform beeinflusst, gilt die Regenbogenforelle in Fliessgewässern nicht unbedingt als Standorttreu. In Norddeutschland ziehen flußbewohnende Regenforellen gerne is Meer, ergo entflohene Regenbogenforellen aus den zahlreichen Zuchtbecken. Im Meer gefangene Regenbogenforellen werden dann wegen ihres blauen Kopfes auch Stahlkopfforellen genannt oder engl. Steelhead Trout



    Die Regenbogenforelle gilt als weniger empfindlich als die Bachforelle. Sie verträgt durchaus Wassertemperaturen bis 24 Grad Celsius. Sie ist auch weniger sauerstoffbedürftig und gilt auch als schnellwüchsiger als die Bachforelle.


    Die Regenbogenforelle wurde eingeführt, um die Fauna mit einer interessanten wirtschaftlichen Art zu bereichern. Schnell stellte man aber fest, dass sich die Regenbogenforelle nur selten in den Gewässern Europas natürlich vermehrt. Trotz vieler Bemühungen, vor allem durch Angler, konnte eine Population nur in ganz wenig Gebieten erreicht werden, die ohne aussetzen künstlich aufgezogener Fische lebensfähig wurde.


    Schnell wurde aber die Eignung der Regenbogenforelle für die künstliche Zucht erkannt. Nun kann sie für sich verzeichnen, dass sie zum wichtigsten gezüchteten Speisefisch neben dem Karpfen geworden ist. Durch die intensive Zuchtveredlung entstanden viele farblich unterschiedene Formen. Sie wird heutzutage sogar fälschlicherweise als Lachsforelle angeboten.
     
    Als Lachsforelle wurden ursprünglich die Meerforellen bezeichnet, die durch die Nahrungsaufnahme von Krebsen etc. ein rotes Fleisch entwickelt hatten. Grundsätzlich ist die Lachsforelle also eine Forelle mit rotem Fleisch.


    Heute bezeichnet der Name Lachsforelle einfache Regenbogenforellen, die durch bestimmte Futtermittelzusätze rotes Fleisch entwickeln und so für den Verkauf gezüchtet werden. Eine Lachsforelle ist also keine eigene Forellenart sondern nur eine Forelle mit rotem Fleisch.



    Trotz verschiedenem Einfluß bei der Zucht durch den Menschen hat sich die Regenbogenforelle eines bewahrt.
     
    Der rosafarbene bis rötliche regenbogenähnliche Längsstreifen, der auf der Körpermitte bis zum Schwanzansatz verläuft, blieb erhalten. Nur die o.g. Steelheads machen eine Ausnahme, der charakteristische farbige Seitenstreifen ist nicht mehr erkennbar, weshalb die silbrige Farbe hervorsticht.


    Merkmale:


    Sie wird bei uns im Durchschnitt zwischen 25-50 cm groß bei einem Gewicht von 1-1,5 kg. Mmit Ausnahmen erreicht sie eine Körpergröße bis 90 cm in Zuchtstationen oder speziellen Forellenanlagen bei einem Gewicht bis zu 10 kg. Die schwerste Forelle hatte ein Gewicht von 25 kg und wurde in Kanada gefangen.


    Sie hat wie alle Salmoniden eine Fettflosse und viele schwarze Punkte auf dem Körper sowie auf der Rückenflosse und der Schwanzflosse. Die Regenbogenforelle hat einen bläulichen oder olivgrünen Rücken und silbrige Seiten mit breitem rosa oder rotem Längsstreifen. Der Körper hat eine regenbogenartige glitzernde Färbung der ihr den deutschen Namen verlieh.


    Die Regenbogenforelle hat kleine Schuppen. Entlang der Seitenlinie zählt man 135-150, zwischen Fettflosse und Seitenlinie - einschließlich der Seitenlinienschuppen - 14-19 (meist 16) Schuppen. Ihr Maul ist groß und hat viele kleine und spitzige Zähne.


    Der Kopf wirkt stumpfer als bei der Bachforelle, der lange Oberkiefer reicht bis hinter das Auge. Ausdruck eines Geschlechtsdimorphismus ist die intensivere Färbung der Männchen, die besonders im Alter einen Laichhaken am Unterkiefer tragen. Die Schwanzflosse ist leicht bogenförmig und eingebuchtet.




    Im Donaugebiet wird die Regenbogenforelle gerne mit dem jungen Huchen verwechselt. Der Huchen wird dann als kapitale Forelle abgeschlagen, obwohl er oft nicht einmal sein Schonmaß erreicht hat.
    Einfachstes Unterscheidungsmerkmal sind die beim Huchen fehlenden schwarzen Punkte auf der Rücken-, Fett- und Schwanzflosse.


    Lebensweise:


    Als Jungtiere leben die ReFos gerne im Schwarm, erst wenn sie größer werden ziehen sie das Einsiedlerleben vor.
    Wir finden die Regenbogenforelle oft in der freien Strömung in der Flussmitte dicht über dem Grund. Sie bevorzugt auch tiefe Rinnen, Gegenströmung von Kehren und das schäumende Wasser unter Wasserfällen. In stehenden Gewässer hält sie sich gerne in der Nähe von Frischwasserzufuhr, wie Grundquellen und Bach oder Flusseinläufe auf. Die Regenbogenforelle ist nicht so scheu wie die Bachforelle, womit sie weniger auf Deckungsmöglichkeiten angewiesen ist.



    Die Laichzeit findet von Dezember bis April statt. Zum laichen wird ein kiesiger Grund benötigt und bevorzugt. Auch hier wird wie bei den anderen Salmoniden eine Laichgrube benötigt, die das männchen (Milchner) gräbt.Nach Eiablage und Befruchtung wird alles wieder zugedeckt. Je nach Wassertemperatur kann dauert es 2 bis 3 Monate bis der Nachwuchs schlüpft. Erst dann verlassen sie den Dottersack und nehmen tierisches Plankton zu sich. Junge Regenbogenforellen wachsen sehr schnell.


    Nahrung:


    Kleintiere aller Art z.B.Würmer, Schnecken etc., sowie Insekten und deren Larven. Erwachsene Exemplare jagen auch Kleinfische z.B. Elritzen und Koppen. Speziell in Zuchtanlagen kann man auch Kanibalismus beobachten, die sogenannten vorwüchsigen nehmen gerne ihre kleineren Artgenossen.


    Angelarten:


    Die besten und bekanntesten Methoden auf Regenbogenforelle sind sicherlich das Spinnfischen und das Fliegenfischen.
    Auch mit der Grundangel und der Posenmontage wird ihnen nachgestellt. Regenbogenforellen werden oft als dumm und gierig bezeichnet, also leicht zu fangen weil sie nach allem schnappen. Das trifft aber nur auf die Forellen in einem Zuchtbecken zu.
    Freilebende Forellen sind mindestens so scheu wie Bachforellen, und nicht minder wählerisch bei der Nahrung.
    Wie wir Regenbogenforellen fangen können sprengt hier den Rahmen. Das will ich bei Gelegenheit in einem neuen Bericht behandeln.





    Zu guter letzt noch etwas zu dem Thema Besatz. Es ist nachweislich richtig, dass die Regenbogenforelle im Stande ist, unsere einheimische Bachforelle zu verdrängen. Meines Wissens wurde der Besatz von Regenbogenforellen in der Schweiz schon verboten. Ich denke die Regenbogenforelle sollte man nicht unbedingt in kleine Bäche einsetzen, aber in einem Fluß, sowie in abgeschlossenen Seen sowie den großen Alpseen haben sie durchaus ihre Berechtigung. Anglerisch haben sie ihren Reiz, und kulinarisch geben sie schon was rüber.


    Für die Bilder bedanke ich mich bei Frank Renken und Helmut Kolm


  • "Schreini" schrieb:

    Hi Udo,


    also da kann man echt nur sagen :green_137:


    Hoffe bald mehr solcher Fischvorstellungen lesen zu dürfen, ganz besonders würde mich dabei die Seeforelle interesieren :wink: 
    Schreini


    Die Seeforelle liegt schon in einer Draftversion da, suche nur noch ein paar geeignete Bilder. Bachforelle ist auch fertig brauche auch noch bilder. Kannst du evtl welche zu Verfügung stellen. Wenn ja bitte an udo.lambert@pagra.com Ihr anderen dürft mir natürlich auch welche schicken :-D 
    Bitte aber keine Fangbilder mit dem Konterfei des Fängers ihr seht ja bei dem Äschenbericht und der regenbogenforelle was ich suche. Danke für eure Hilfe.