Was für ein Fang

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  • Mühlbachabfischen.


    Am Samstag den 16. September war es wieder soweit, unser Mühlbach sollte abgefischt werden. Dies wird turnusmäßig alle drei Jahre gemacht, um die nötigen Reparaturen an den Turbinen und den Uferbefestigungen durchzuführen.


    Die Aktion wird schon lange vorher geplant. Die Gerätewarte müssen die Aggregate warten, und so manche Wathose flicken. Trotz der ganzen Mühe wollen aber immer noch kleine Risse und Löcher übrig bleiben, so dass es immer feucht fröhlich zu geht bei dem Einsatz. Die Helfer, man kann nie genug haben, müssen auch organisiert werden. Der Einsatz findet bei jeder Witterung statt, und es ist erfreulich, dass dann doch alle erscheinen.
    Alle? Nein, es wird auch mal einer vergessen. Ich stand morgens eine halbe Stunde vor der Tür, und wartete auf den Einsatzbus. Zum Glück hilft einem in der modernen Welt das Handy. Es kam dann doch noch ein Taxi. Jaja unser zweiter Vorstand wird auch schon älter, und gegen die ersten Anzeichen von Alzheimer ist noch kein Kraut gewachsen..


    Treffpunkt war 7:00 Uhr an unserem Gerätestadel, um das Gerödel in den Autos und Anhänger zu verstauen. Zudem mussten auch die Fischtransportbehälter mit Wasser gefüllt werden und Sauerstoffpumpen angeschlossen werden.


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    Der Rest sollte sich gegen 8:00 Uhr auf dem Parkplatz vom Nautilla in Illertissen einfinden.
    Hier wurden dann zwei Gruppen eingeteilt, wir hatten ja 9km Bach abzufischen mit 8 Fallenstöcken/Treibwerke.


    [IMG:http://illerfischer.de/fileadmin/user_upload/Weitere_Bilder/Schule_Arbeitseinsatz_027.JPG]


    Auf den Bilder könnt ihr erkennen wie tief der Nebel stand, doch an diesem Tag war uns Petrus gnädig es sollte richtig schön werden. Diese Nachsicht würde mir auch an den wenigen Tagen an denen ich beim Angeln bin gefallen, aber man kann ja nicht alles haben.


    Nun konnte es losgehen. Im Wasser waren bei jeder Gruppe sieben Mann im Wasser, zwei Elektrofischer, zwei Mann mit dem Kescher, zwei Mann die das Boot zogen und einen Totmann. Diesen Posten hatte ich bekommen. Ein Totmann ist für die Stromzufuhr zuständig und läuft immer am Schluß. Sollte vorne einer rutschen oder sonst wie mit dem Wasser in Berührung kommen, gilt es sofort die Stromzufuhr zu kappen. Ja die Sicherheit geht vor.



    Beim Elektrofischen schwimmt die Kathode (Minuspol) im Wasser und die Anode (Pluspol) wird am Kescher angebracht. Der Betrieb erfolgt übrigens meistens mit Gleichstrom. Sobald der Kescher ins Wasser eingetaucht wird, wird der Stromkreis geschlossen. Dadurch werden Fische im Umkreis des Keschers von max. 0,5m werden dadurch kurzzeitig betäubt und durch die Galvanotaxis (gerichtetes Schwimmen zur Anode) zum Kescher (Anode) gezogen. Die Wahl der Stromspannung ist abhängig von der Beschaffenheit des Gewässers(in der Regel ca. 600V)


    "Elektrofischen gilt als sanfteste Methode des Fischfangs, weil die Tiere fast immer nur leicht betäubt werden".
    Elektrofischen dürfen nur Personen, die eine Prüfung abgelegt haben, und eine Genehmigung haben.


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    Selbst aus dem Untergrund wurden die Fische geholt.


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    Alles in Allem ist das Waten schon sehr anstrengend, ich fand es war schwieriger wenn das Wasser nur knapp übers Knie ging. Dankbar wurde jeder Gumpen durchwatet das Wasser bis zur Brust versprach zudem noch angenehme Kühlung. In den Gumpen wurde dann auch reichlich Beute gemacht.


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    Mit gemeinsamen Kräften wurden die Hindernisse überwunden. Jede Hand wurde gebraucht.


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    Das Wetter wurde immer besser, und so mancher kam ins Schwitzen.


    Dem Zanker Uli, unserem FISCHERKÖNIG;
    war’s in den Watstiefeln zu warm.


    Die BlueJeans mussten der sommerlichen Hitze angepasst und dazu stellte Anton Zopf
    gerne sein Messer zur Verfügung und war behilflich, es dem Uli erträglicher zu machen.


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    Jetzt wird es sich nach der „Kürzung“ angenehmer sein,
    sich im Wasser aufzuhalten!?


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    So nun kann’s weiter gehen die letzten Meter wollen bewältigt werden.


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    Doch so manches Hindernis musste noch aus dem Weg geräumt werden.


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    Ja auch für die Müllentsorgung sind wir zuständig, das Fahrrad hat bestimmt kein Angler dort vergessen. Von den Naturschützern habe ich auch keinen in den Fluten getroffen, aber es wettert sich ja besser mit trockenen Kleidern am Leib.


    Endlich haben wir unsere Strecke geschafft. Hungrig wurden die Leberkässemmel verdrückt, und ein kühles Blondes löschte den Durst. Endlich sollte Feierabend sein.


    FEIERABEND ? weit gefehlt ein Anruf der anderen Gruppe lehrte uns Besseres. Haben die doch am ersten Wehr ihr Boot samt Aggregat versenkt. Das Ding musste komplett zerlegt und getrocknet werden. SOS wir haben erst ein Drittel des Weges gemeistert.


    Nun Angler halten zusammen. Schnell wurde alles aufgeladen, und los zum neuen Einsatz.


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    Gegen 18:30 Uhr war ich wieder zuhause. Entspannt in der Badewanne träumte ich von den großen Barben, Döbel und Hechte, die sich in dem kleinen Bach fangen lassen. Habe mir die Gumpen gemerkt, und kenne jetzt aussichtsreiche Plätze. Ausloten zu Fuß hat auch seine Vorteile, was mich anglerisch in Zukunft am Mühlbach erwartet, wird mich sicher für das Mühsal dieses Tages entschädigen.


    Fangergebnis an diesem Tag:
    Regenbogenforellen 50 Stk
    Bachforellen 3 Stk
    Barsch 22 Stk zum Teil bis 40cm
    Barben 182 Stk davon viele über 70cm
    Hecht 8 Stk davon 2 Stk mit ca. 1,00 m
    Nasen 147 Stk
    Zander 1 Stk




    Die Fische wurden wohlbehalten in die Iller und unsere Seen entlassen. Mögen sie da auf mich warten.


    Petri Heil
    Udo Lambert

  • Hallo Udo,


    sehr interessanter Bericht. Hat mich schon lange mal interessiert wie das funktioniert. Bin selber nur ein "Büromensch".


    Jetzt hab ich mal eine Frage die ich selbst häuffig gestellt bekommen habe. Muß die Hose beim Elektrofischen aus Gummi sein oder kann das auch eine atmungsaktive oder Neoprenhose sein?

  • Hallo Ralf,
    Neopren oder Gummihose auch atmungsaktive ist egal du solltest halt mich unbedingt mit dem Wasser in Berührung kommen. Deshalb auch Gummihandschuhe. Aber so hoch ist der Strom auch nicht. :wink:

  • Also Udo, mittlerweile freu ich mich schon auf deine Berichte, so interessant sind die.


    Hut ab..... :wink:


    Gruß
    AWEX

  • Toller Bericht Udo,


    eigentlich sollte beim E-Fischen auch die Presse vor Ort sein. Das war doch ein Paradebeispiel dafür was Angler für die Allgemeinheit leisten.
    Hege und Gewässerpflege!!
    Die Früchte eurer Arbeit habt ihr so schonmal zumindest gesehen. Da sind doch richtige Prachtfische in den Gewässern.


    Wenn du nun schon so viel Watpraxis hast, wie wäre es mit einem Wochenende Watfischen auf Dorsch und Meerforelle im März 2007 an der Ostsee. :-D