Lachsgeschichten, Teil 1

  • Hallo,


    dem Atlantiklachs gehört meine ganze Liebe. 1989 war ich in Alaska und 1999 in Kanada, aber die Pazifiklachse konnten mein Herz nicht in dem Mass gewinnen. Begonnen hat alles an Ostern 1989. Mit einem Professor und seiner Reisegruppe war ich über Ostern am Drowes. Ein c. 7 km langer Fluss der den Lough Melvin mit dem Atlantik verbindet. Gleich am ersten Angeltag, oberhalb der alten Steinbrücke ( direkt oberhalb der Seapools ) fischte ich mit kleinen Shrimps. Ich mochte immer schon die feine Fischerei- leichte Pose, 10er Haken und 20er Vorfach. Nach Stunden bekam ich einen Biss, er stieg im vorsichtigen Drill wieder aus. Aber ich hatte Blut geleckt!
    Im Jahr darauf reiste ich mit drei Freunden für zwei Wochen an den Lough Conn. Dort fischten wir überwiegend- aber auch im Moy und Deel. Wir hatten viel Petri Heil- auf Meerforellen, Browntrouts, Hechte und Barsche. Auf Lachs klappte es anfangs nicht, dann aber fingen meine Freunde jeder ihren Silbernen. Nur ich, der Lachsverrückte, ging leer aus. Am kleinen River Deel bekam ich einen c. 10pfündigen dran. Wieder zu fein montiert, er sprengte das 20er Vorfach in einem eleganten Sprung. Einen Tag später hatte ich besser montiert- 4er Haken, 35er Vorfach, zwei Tauwürmer, es war alles angerichtet. Gegen Mittag ging die Pose unter- nicht anschlagen, warten bis der Fisch den Köder geschluckt hat! Meine Schnur hat sich im Uferschilf verfangen, ich gehe nach vorne um sie zu lösen, trete in ein Loch und falle komplett auf den Boden. Als ich mich aufrapple kommt der Schwimmer wieder hoch. Verdammt, verflixt und zugenäht...
    Ein anderes mal auf Ufer des Lough Conn. Am Abend werfen wir noch gemütlich unsere Posenruten vom Ufer aus. In den Tagen zuvor hatten wir Forellen, Barsche und Aale damit gefangen. Ich rauche völlig entspannt meine Pfeife als meine Pose plötzlich hinuntergezogen wird. Vielleicht kennt ihr das- man spürt es gleich- ein Lachs. Leider kann ich die Pfeife nicht im Mund behalten und suche nach einem Ablageplatz. Dauert zwar nur einige Sekunden aber als ich anschlage weist die Schnur nach rechts und der Fisch springt links heraus. Sofort öffne ich meine Barbourjacke, will mich ausziehen, ins Wasser tauchen und die Schnur die sich in einem Unterwasserfels verfangen hat lösen. Meine Kameraden halten mich zurück. "Mach den Bügel auf, vielleicht löst sich der Fisch von selbst" höre ich sie sagen. Das tue ich, drille den Fisch bis er in einem Sprung das Vorfach sprengt. Als ich es anschaue weist es Scheuerspuren des Felsens auf. Himmel, Arsch und Zwirn- wird es irgendwann ein Lachs- Happy- End für mich geben?
    Inzwischen sind Jahre vergangen und ich beschließe den Lachsen nur noch mit der Fliege nachzustellen. Nichtsfangen, aber auf hohem Niveau, so nenne ich nun mein Projekt.
    Wie es weitergeht erfahrt ihr demnächst in Teil 2.


    Tight Lines


    Bernd Taller

  • Morgen Bernd,


    klasse, vielen Dank für dein Bericht, ich freue mich schon auf Teil 2 bis 10 :D


    Meine Reise in September wird wohl nix… ein Projekt funkt dazwischen und es gibt auch kaum Möglichkeiten in Irland oder Schottland.
    Da ich das Glück hatte auf meine ersten Lachstrip in Nova Scotia die erste Atlantische Lachse mit der Fliege zu fangen, habe ich keine Lust jetzt mit Schrimp oder Wurm an der Moy zu fischen.


    Ich habe letztes Wochenende dein Bericht mit den "red letter day" mit Markus Müller gelesen... klasse…


    TL,


    Roel