Hecht-Schleppen am Fuschlsee/Attersee

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  • Hallo zusammen,


    bin kompletter Schlepp-Anfänger und dieses Jahr Anfang/Mitte Mai am schönen Fuschlsee und evtl. anschließend ein paar Tage am Attersee unterwegs. Geschleppt werden soll v.a. auf Freiwasserhechte.
    Letztes Jahr konnte ich bereits bei einem 2-Tages-Trip am Fuschlsee erste Erfahrungen sammeln (ebenfalls im Mai). Hatte wohl gehöriges Anfängerglück, denn die Ergebnisse waren gar nicht so schlecht:


    1. Tag auf Seeforelle: Drei (leider untermaßige) SeeFos beim ufernahen Schleppen.


    2. Tag auf Hecht: Ein (kleiner) Hecht von 60 cm, ebenfalls ufernah. Vielleicht ist der gewachsen und beißt dieses Jahr nochmal oder bringt seine Mama mit ;-)


    Das verwendete Gerät war sicher nicht ideal, aber für 2 Tage wollte ich jetzt nicht total aufrüsten:
    - Auf SeeFo eine Sbiro-Rute von 3,90 m mit 20 - 60 WG, 3000er Rolle mit 0,25er Stroft GTM, Vorfach 0,65 FC (falls ein Hecht einsteigt, die SeeFos hat's scheinbar nicht gestört), Köder waren kleine Wobbler zwischen 8 und 12 cm. Das ganze ufernah an freier Leine ca. 40 m hinter dem Boot geschleppt. Die Fische haben sich alle selbst gehakt.
    - Auf Hecht eine Wolfsbarschrute von 3,60 m und 50 - 100 WG, 4000er Rolle mit 0,35er Platinum Royal, improvisierte Schlepp-Posenmontage mit 20 cm Rotauge auf ca. 2 Metern Lauftiefe eingestellt und ca. 30 m hinter dem Boot bei sehr langsamer Geschwindigkeit hinterher gezogen. Biss kam auf Höhe von Schloss Fuschl ziemlich nah am Ufer.


    Da dieses Jahr ein längerer Trip ansteht, will ich natürlich auch mein Gerät entsprechend abstimmen und damit (hoffentlich) den Fangerfolg erhöhen. Es soll wie gesagt gezielt auf Freiwasserhechte gehen, geschleppt wird mit zwei Ruten ohne Sideplaner o.ä.


    Hier meine Fragen:


    1. Schnurwahl: Hatte letztes Jahr mit monofiler Schnur geschleppt - aber überall liest man, dass eine Kombination aus geflochtener plus ca. 10 - 15 m monofil weit besser zum Schleppen geeignet ist. Vorteile liegen in der besseren Köderkontrolle + Bisserkennung, durch die monofile hat man gleichzeitig genügend Puffer beim Anbiss und beim Drill. Dazu kann ich sagen, dass der kleine Hecht letztes Jahr tatsächlich äußerst knapp gehakt war, die Haken haben sich beim aus dem Wasser heben zum anschließenden kurzen Fototermin von selbst verabschiedet... Hätte er im Drill mit dem Kopf geschüttelt wäre er weg gewesen... mir macht allerdings der Knoten zur Verbindung Mono/Geflecht etwas Sorgen ... wie sind eure Meinungen zur Schnurwahl?


    2. Bremse einstellen: Bremse auf 3/4 der Schnurstärke einstellen bzw. so, dass der Fisch sich selbst hakt aber immer noch Schnur nehmen kann wenn es ein großer ist? Oder Bremse auf / Freilauf rein und dann anschlagen? Oder ersteres bei Kunstködern und zweiteres bei Naturködern?


    3. Köderwahl: Bei Kunstködern setzen viele auf Swimbaits von ca. 20 cm und mehr. Bei Naturködern liegt der KöFi am System ganz weit vorne. Hatte nun geplant, mir ein paar Swimbaits zuzulegen und auch ein KöFi-System. Aber hier auch wieder die Qual der Wahl - welche Swimbaits? Welches System? Was würdet ihr empfehlen?


    4. Lauftiefe der Köder: "Im Frühling hoch schleppen, die Hechte stehen zwischen 0 und 4 m" - so steht es fast überall. Liege ich mit der Tiefe richtig? Bei zwei Ruten könnte ich einen Köder oberflächennah und einen im 3 bis 4 m Bereich anbieten. Wie sieht es am Fuschlsee aus? Stehen die Hechte dort im Mai flach?


    5. Schlepproute: Die Pauschal-Aussage lautet: "Anfang Mai sind die Hechte oft noch in den flachen Buchten zu finden". Also lieber ufernah schleppen oder ab ins Freiwasser? Hat jemand Erfahrungen für Fuschlsee/Attersee um diese Jahreszeit?


    6. Tageszeit: Früh morgens und abends schleppen oder lieber die Mittagszeit? Oder den ganzen Tag durch rudern bis die Muskeln schlapp machen?  :wacko:  


    7. Wahl von Rute + Rolle: Die Swimbaits sind teilweise ganz schön schwer, Castaic Swimmin Cisco z.B. hat 220 g - geht das noch mit einer Rute von 50 - 100 WG oder brauche ich da schwereres Gerät? Bei der Rolle habe ich die Wahl zwischen o.g. 4000er Freilaufrolle und einer 6000er mit einem Fassungsvermögen von 220 m / 0,35er.


    Puh, ist doch ganz schön lang geworden - ich hoffe ihr mögt Romane und seid geduldig mit mir  ;) Hoffe auf gute Ratschläge, damit es klappt mit dem Ü80-Hecht  :D 

  • Puh! Kann Dir nicht in aller Länge antworten. Ein paar Dinge aber doch sagen:


    Seeforellen gibt es im FRühling viele untermassige in Oberflächennähe. Ich habe voriges Jahr ca. 40 Stück gefange, die größte mit nur 47 cm. Da sind viele Besatzfische vom Herbst oder Vorjahr dabei. Die werden mit 15-30vm besetzt. Also würde ich zum Einzelhaken raten, sonst gibt es viele verletzte. Leider weiß ich selbst nicht, wo die Großen wirklcih sind. Aber ich werde mir heuer das flache, ufernahe Schleppen sparen. Die Kleinen sollen groß und nicht verangelt werden!


    Hechte fange ich im Mai am liebsten werfend. Da hat man auch Chancen auf GRößere an der leichteren Spinnangel. Später im Jahr fängt man sie praktisch nur im Freiwasser. Aber auch im Mai werden jedes Jahr Große im Freiwasser flach gefangen. Im Mai flach. Beissen kanns den ganzen Tag über, oder eben erst übermorgen. Erst im Sommer sollte es bevorzugt der Abend sein.


    Der Fuschlsee ist ein schwieriges Gewässer, also kannst Du Dich über den 60iger bei einmaligem Besuch durchaus freuen. Es kann jederzeit der Große beissen, aber die Regel ist eher Schneider.


    Bei Kunstködern Rolle ganz zu machen und nur so viel "Luft" geben, dass die Schnur nicht reissen kann. Sonst hakst Du keinen Hecht. Und mit Kunstködern ist genau deswegen Geflecht anzuraten. Mit Natúrködern fische ich nicht, daher kann ich dazu nichts sagen, aber es geht da wohl monofil auch.


    Zu Rollen und Ruten: An "freier" Leine mit kleinen Wobblern zum Seefoschleppen reicht bald was. Auf Hecht mit Großködern sollten es schon bis 100 Gramm sein. Auf Seefo mit Vorblei oder Planer, wird die Sache komplizierter. Die Rolle ist bei gelegentlichem Schleppen nicht sooo wichtig. Wenn Du nur hin und wieder gehst, wirst Du mit beiden zurechtkommen. Wenn man häufig geht, dann will man natürlich optimales Zeugs.

  • Also das sind wirklich viele Fragen. Fischereitechnisch bringt's Fuschlsee sehr gut auf de Punkt. Bei der Ruten & Rollen Wahl solltest du bei den schweren Castaic auf jeden Fall eine 4500-6500 Modell benutzen, wie z.B die Daiwa Emcast Freilaufrollen, also in deinem Fall die 6000 und bei der Rute benötigst du auch unbedingt 100-150gr Wurfgewicht, ein kräftiges Rückrat ist wichtig, da die Köder großen Druck auf die Rute ausüben.


    A bissal Vorbeitungszeit bleibt dir ja noch, also genieß noch die Vorfreude und wenn's dann soweit ist - natürlich dickes Petri!


    Schönen Gruß aus München


    AFG-Fishing

  • Erst mal vielen vielen Dank euch dreien für die guten Tipps! Damit ist doch schon ein Großteil meiner Fragen beantwortet :thumbsup:


    Werde mich bei der Gerätewahl an euren Ratschlägen orientieren. :)


    Geflochtene Schnur: Was haltet ihr von der Whiplash Pro oder der Stroft GTP? Die würde ich dann mit 10 – 15 m Stroft GTM in 0,40 mm kombinieren + Hechtvorfach. Als Verbindungsknoten werde ich wohl den
    doppelten Grinner nehmen (müssen), beim Albright verknote ich eher meine Finger als die Schnur...


    Sorry dass ich euch mit Fragen löcher, aber ich bin einfach gerne gut vorbereitet statt am Wasser zu merken, dass irgendwas fehlt oder nicht passt ;)
    Und Vorbereitung scheint gerade beim Schleppen die halbe Miete zu sein.


    @ Fuschlsee0: Das mit den Seeforellen dachte ich mir schon… Die waren zwar alle über 40 cm, die größte 48 cm, aber ein „dicker Brocken“ ist was anderes. Einzelhaken hatten wir eh dran, haben Meerforellen-Küstenwobbler verwendet.