Achensee, Ole, ole!

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  • Nachdem in der letzten Woche schwer an meinem Nervenkostüm gezerrt wurde, musste ich am Wochenende unbedingt mal wieder mit dem Boot zum Schleppen gehen. Donnerstag Vormittag klingelte bei mir das Telefon und der Dirk Reuber verkündete mir freudig, dass er in kürzester Zeit bei einem Seeforellenguiding 2 Königinnen mit 53 und 69 gefangen hätten. Eine Stunde später klingelte es dann wieder und er hatte beim nachhause fahren noch eine Seeforelle mit 79 cm gefangen. Dazu wurde dann noch berichtet, dass im Moment allgemein sehr viele Forellen gefangen würden und ich saß in der Arbeit! Tolle Wurst. Aber ich musste nur noch bis zum Abend durchhalten und fuhr dann für 2 Tage ins Chiemgau zum Fliegenfischen, doch dazu bald mehr! Am Sonntag ging es aber dann spontan zum Schleppen an den Achensee und der Ofester und Andreas waren mit von der Partie.



    Als wir um ca 8 an den See kamen wurde erst mal gemütlich ein Verlängerter im Hubertus getrunken und dann gings zum Toni an die Kartenausgabe. Nach einem Plausch gings dann endlich los. Der See empfing uns mit einer düsteren Stimmung. Aber es war fast windstill, für den Achensee eine echte Ausnahme, und das Wetter wurde langsam besser. Wir schleppten mit 2 Ruten auf Hecht und mit 2 Ruten auf Seeforelle. In der ersten Stunde konnten diverse steigende und raubende Fische beobachtet werden und nach ca 1,5 Stunden gabs dann den ersten Biss in Stefans Boot. Ein feister 70 er Hecht hatte sich den Köder geschnappt. Leider waren wir zu weit weg und konnten keine Bilder machen! Nachdem wir gewendet hatten und nun zum 2ten mal die auserwählte Region anfuhren gab es einen Biss an der Forellenruten. Der Andreas schnappte sich die Gerte und drillte den Fisch sicher zum Boot. Es war eine kleine Seforelle mit ca 45 cm. Ein sehr gut genährter Fisch, der uns dann gleich mal seine ganze Tagesmahlzeit ins Boot kotzte. Haufenweise kleine Renken ( denken wir zumindest ) kamen zum Vorschein. Das erklärte auch die raubenden Fische an der Oberfläche. Wir konnten immer wieder Schwärme von kleinen Fischen an der Oberfläche sichten.



    Da wir uns für einen kleinen Imbiss an einer der Dampferanlegestellen treffen wollten drehten wir noch eine Runde vor dem Platz. Während wir auf den See rausdrehten um wieder zurück zu fahren, gab es einen mächtigen Biss, wieder auf der Forellenrute, und diesmal nahm ich die Rute. Es ging heftig zur Sache. Der Fisch nahem gleich am Anfang einige Meter Schnur und stemmte sich mit stetiger Kraft gegen meine Rute. Der Andreas holte die anderen Ruten ein, denn das war auf jeden Fall ein grösser Fisch. Dann wurde der Kescher bereit gemacht, denn der Fisch stand nun fast senkrecht unter dem Boot. Bei ersten Versuch ihn hochzubekommen flüchtete er erst mal mit einer rasanten Flucht weiter in die Tiefe. Doch nach einem langen Tauziehen kam er dann das erste mal hoch und wir konnten sehen dass es ein grosser Hecht ist. Nach weiterem hin und her führte ich ihn sicher über den grossen Kescher. Der Andreas befreite ihn von dem ganz im Maulwinkel sitzenden Haken. Glück gehabt! Nach einigen schnellen Bildern wurde er dann wieder sanft zurückgesetzt und nach einer kleinen Verschnaufpause verschwand er mit einem grossen Schwall in der Tiefe. ( Der Andreas bekam ne Dusche! ) 109 cm hat das Maßband gezeigt! Was für ein Kracher! Auf die Freude haben wir dann erst mal Pause gemacht und uns mit Würstel und Bier gestärkt.


    Kurz nachdem wir dann wieder losgefahren sind hat es einen Biss auf der Hecht-Sideplaner Rute gegeben und ein 70 cm Fisch hat einen rasanten Drill gegeben, ist aber dann kurz vor dem Boot ausgeschlitz. Doch schon in der nächsten Stunde gabs den nächsten Biss und der Andreas konnte sicher einen 85 Hecht über den Kescher manövrieren. Ich löste den Haken schnell und nach dem vermessen konnte er wieder in sein Element. Den nächsten Biss konnten wir nicht mehr verwerten. Der langsam aufgekommene Wind wurde wieder schwächer und fing dann an sich in die andere Richtung zu drehen. Kein gute Idee, denn aus dieser Richtung kamen dicke, dunkle Gewitterwolken. Wir fuhren lieber mal Richtung Bootshaus. auf dem Weg fing es dann an zu regnen. Als wir dann beim Bootshaus waren war es schon richtig ungemütllich auf dem Wasser. Überall waren Schaumkronen und der Wind blies richtig zügig. Wir packten ganz gemütlich im Bootshaus unser Zeug zusammen und warteten auf den Steve. Auch er kam grade noch rechtzeitig rein, bevor es wie aus Kübeln angefangen hat zu Schütten. Alles richtig gemacht. Genau zum richtigen Zeitpunkt reingekommen nach einem tollen Tag.



    Der Ausflug an den Achensee hat sich gelohnt. Beide Zielfische an den Haken bekommen und dazu einen richtigen Kracher. Die Fische scheinen aktiv zu sein trotz des katastrophalen Wetters, das mit den starken Luftdruckschwankungen überhaupt nicht optimal für die Fische ist. Wieder einmal hat es gezeigt, dass es immer einen Versuch wert ist, auch im Sommer hier in unseren Gefilden, nicht nur im Sauerland, auf die Seeforellen zu schleppen. Und es hat wieder einmal gezeigt, dass grosse Fische auch kleine Köder nehmen. In unserem Fall eine kleine Perlmuttspange mit 8 cm Länge und einem Hecht mit 109 cm. Wir haben uns hervorragend ergänzt im Boot und alles lief wie am Schnürchen! Bootsangeln ist Teamangeln und so haben wir zusammen drei tolle Fische gefangen!


    Tight lines, Felix


  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, danke für den Bericht und bis zum nächsten Mal. Es war mir ein Volksfest!


    Grüße
    Stefan

    Der einsame Hirsch streift nutzlos durch die Brombeeren (Helge Schneider)

  • Sehr schöner Bericht, schöne Bilder und super gefangen! Gartuliere!
    Eine Frage habe ich aber noch: Wie schleppt ihr gleichzeitig auf Hecht und Seeforelle? Mit zwei unterschiedlichen Booten? Oder alles auf einmal in einem Boot (wie kommt man da mit der Geschwindigkeit klar; langsam auf Hecht/schnell auf Seefos)?


    Robert

  • @fuschelsee0: das mit der Geschwindigkeit ist so ne Sache! Da gibt es ja verschiedene Theorien. Ich schleppe manchmal schnell und manchmal auch extrem langsam. Immr abhängig von den Ködern und den Tiefen. Auf jeden Fall haben wir zwischen 3 und 4 km/h geschleppt! Mal ein wenig zügiger, mal etwas langsamer! Dafür ist es aber notwendig, dass die Köder bei dieser Geschwindigkeit gut laufen. Daher muss man des Hecht - Seeforellenequipment gut aufeinander abstimmen. Aber es geht! Werde aber beim nächsten mal eher erste ne Seeforellen Runde drehen und dann ne Hechtrunde!


    Schön dass der Bericht wieder mal gefällt! :c8l:


    Gruss Felix