verspätete Fario-Eröffnung 2007

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  • So! als Einstand ins Forum ein Bericht über meine verspätete Forelleneröffnung vom 2007:


    Gestern (12.04.2007) machte ich mich reichlich späht so um ca. 09:15 Uhr auf die Socken in Richtung Moutier BE um meine Forelleneröffnung nachzuholen. Um ca. 10:00 Uhr in der Schlucht angekommen, musste ich zuerst mit meinen zittrigen Händen (Entzug) die Posenmontage montieren.






    Ich verwendete meine Byron X12T Float in 4m Version, eine Shimano Catana 2500 RA Rolle, als Hauptschnur eine stärkere 0,22 Stroft GTM (Hänger trächtig), zum ersten male eine 2er Drenanpose (hat mich überzeugt), ein 7er 0,16 geleimtes Mustad Forellenvorfach mit Schonhaken, welches mit einem Wirbel an die Hauptschnur geknüpft wurde. Das ganze wurde dann am Gewässer noch genau mit Bienenmade als Köder und mit Bleischrot austariert. So endlich konnte ich starten und steuerte deshalb einen meiner Lieblingsplätze an, welchen ich eigentlich immer besuche wenn es an die Birs geht (Ich liebe tiefe Gumpen wie man auf den Bildern sehen kann ).



     




    Nachdem ich nach einer halben Stunde schon 2 untermassige Aussteiger hatte (Schonhakendrill) und etliche Anstupser, stellte ich die Pose so auf ca. 1,20m und liess sie in der Hauptströmung knapp über den Grund in die tiefere Gumpe schleifen. Dies wiederholte ich so ca. dreimal als plötzlich die Pose ziemlich schnell und tief abtauchte, was ich mit einem Anschlag quittierte. Leider spürte ich nur, das es sich für dortige Verhältnisse eher um eine grössere Fario handeln musste (Schonmass 24cm), welche sich aber wieder losschütteln konnte. Mein Herz schlug jetzt doch ein paar Takte schneller, weshalb ich natürlich energisch die Pose noch ein paar mal die gleiche Stelle pasieren lies und sich das selbe Spiel nocheinmal wiederholte, was mich natürlich fast in den Wahnsinn trieb. Also die Geduld noch nicht verloren, das selbe Spiel noch einmal von vorne und die Pose begann dann plötzlich langsam zu Hüpfen aber nicht wegen Grundkontakt (vermutlich wurde die Fario jetzt vorsichtiger), weshalb ich mit dem Anschlagen noch zuwartete. Die Hüpferei dauerte doch ca. 2-3 lange Sekunden, bis sich die Fario dann doch entschied den Köder hinab in die Tiefe zu ziehen. Mein Zeitpunkt war jetzt gekommen und quittierte dies mit ruckartigem anheben meiner Rute. Zack! Die Pose tauchte ab und der Haken sass. Jedoch hatte ich Angst sie nocheinmal wegen dem Schonhaken zu verlieren. Der Drill gestaltete sich deshalb etwas schwieriger weil die Fario dann plötzlich wie wild mit dem Kopf schüttlend aus dem Wasser emporsprang (typisch für Bachis), weshalb ich die Schnur doch eher mehr unter Spannung lassen musste und weniger mit der Rollenbremse arbeiten durfte. Aus diesem Grund konnte ich den kurzen, aber nervenaufreibenden 2 Minutendrill dennoch für mich entscheiden und landete die Fario per Handlandung mit einem nassen Tuch am Ufer. Mein strahlen hättet ihr sehen sollen, als ich sie vermass und für dortige Verhältnisse statliche 35,5 cm anzeigte und ich meinen eigenen Birsrekord soeben um 4,5 cm überboten hatte. Umso grösser war die Freude, da in der Berner Birs die durchschnittliche Länge wohl eher unterhalb der 30cm liegt und solche Fänge (auf jeden Fall bei mir) eher die Ausnahme sind.



    Der Milchner hatte nach genauerem betrachten ein sehr schöne Zeichnung welche ich natürlich detailierter fotografieren musste und euch deshalb nicht vorenthalten möchte. Als Mageninhalt fand ich ausserdem eine ca. 10cm halbverdaute Kleinforelle.





    Ebenfalls kamen beim folgenden Bild irgendwie Weihnachtsgefühle auf :lol:



    Folgende Bilder sind noch weitere Farios welche nach einem kurzen Wasserfotoshoot wieder abgehakt und releast wurden und gerne in 2 Jahren wieder kommen dürfen .






    Alles in allem kann ich mit meiner verspäteten Eröffnung (offiziel 16.03) doch ziemlich zufrieden sein, auch wenn ich nur diese eine schöne grössere Fario nachhause nahm, welche ich am Abend nach Müllerin Art auf meiner Zunge zergehen liess. Hauptsache ich habe meine Sucht wieder einmal befriedigen können und es ist schön zu wissen, dass es immer noch Fische gibt, obwohl es für die Farios ja nicht so rosig aussieht. Ich hoffe der Bericht entspricht euren Erwartungen und hat euch gefallen

  • Servus Martin,


    eine nette Strecke mit tiefen Gumpen,
    die es wahrlich in sich haben können.
    Die Bacherne (Fario) kann sich durchaus
    sehen lassen. Erst recht mit der Zeichnung!


    Ich muss gestehen, dass ich ein "verleimtes"
    Vorfach noch nicht kannte. Habs mittlerweile
    nachgeschlagen...
    Macht das wirklich nen merklichen Unterschied?


    Grüße
    Christoph

  • christoph
    Verleimt oder nicht, macht für mich eigentlich keinen grossen Unterschied, ausser, dass z.B. eine Bienenmade auf der dadurch rauheren Oberfläche besser hält, als auf einem beinahe nakten Hakenschenkel.
    Es handelt sich bei diesem Exemplar um ein spezielles Mustad Schonhakenvorfach, welches extra für die Forellenfischerei entwickelt wurde.
    Hier auf Seite 1 ersichtlich


    Was mit an diesem Hakenmodell besonders gefällt ist die seitlich abstehende Spitze am Schenkelende, die zusätzliche halt des Köders garantiert, vorallem bei Bienenmaden.
    Da die Strecke sehr hängerträchtig ist, habe ich aufgehört die Vorfächer selbst zu binden, damit ich ein wenig schneller mit der Montage fertig bin, wenn wieder mal was abreissen sollte. ;-)


    Die Strecke wird vermutlich ausser mir zum grössten Teil mit der Tipfischerei beangelt, aber ich leibe es wenn ich am Wasser schräg von anderen Fischern angeshen werde :-) und der Erfolg gibt mir recht ;-)


    Scharni34
    Ich verwende vorwiegend nur Schonhaken um dem Fisch 1. auch mal ein Chance zu gönnen und 2. ihn nicht unnötig zu verletzen, 3. bei Naturköder und dem evt. Schlucken des Köders nicht unnötigt ein Gemetzel anzurichten. 4. sind dort nur Schonhaken erlaubt.

  • Hallo Martin!


    Sehr schöner Bericht, beneide Dich um Deinen Fischzug. Bei mir wird es heuer erst spät im Frühjahr losgehen.
    Für uns ist das Fischen in solchen Gewässern mit etwas anderem als Kunstködern (v.a. Fliegnrute) ja absolut ungewohnt, wie man sieht, geht aber selbst das Naturköderangeln so, dass es als absolut schonend und waidgerecht bezeichnet werden kann.
    Bravo!


    FuschlseeNull