Karpfenköder

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  • Hallo,
    mit welchem Karpfenköder und deren Montage habt Ihr am besten und am meisten erfahrung?


    Danke schonmal für eure meinungen.


    Gruß


    Floh

  • Hallo Flohotterfing,


    bei uns an den Gewässern wird mit folgenden Ködern und Montagen sehr gut gefangen:


    1.) Hartmais an Grundblei- oder Posenmontage


    Hartmais ist selektiv und billig. Es gibt ihn in bei fast jedem Bauern oder Futtermittellieferant. Man nimmt einfach einen (kleinen) Sack und lagert ihn an einem trockenen Ort.


    Die benötigte Menge Hartmais wird zuvor einige Zeit (am besten 1-2 Tage, zur Not über Nacht) eingeweicht. Ein zusätzliches Flavour bekommt man, indem man den eingeweichten Hartmais für ca. 15 min. zusammen mit Vanillezucker aufkocht. Dann den fertig vorbereiteten Hartmais in eine Thermoskanne füllen und ab ans Wasser.


    Als Montage kommt hier eine Grundblei- oder auch eine Posenmontage in Betracht. Die Grundbleimontage kann sehr einfach gehalten werden. Einfach ein Grundblei auf die Schnur schieben, eine Perle (oder besser Gummiperle) drauf und einen Wirbel anknoten. Dann ein Vorfach mit einem spitzen, gebogenen Hacken (so ab Gr. 6) einschlaufen und 2-4 Hartmais auf den Hacken ködern.


    Bei der Posenmontage die entsprechend gewünschte Stelle ausloten. Eine Pose, wenn möglich als Festmontage, montieren. Eine passende Bebleiung anbringen und dabei das letzte "Bissanzeige"-Schrot so montieren, dass es auf Grund liegt. Einen Wirbel und ein kurzes Vorfach daran (siehe Grundbleimontage).


    Hartmais finde ich den selektiven und günstigen "Geheim"-Köder. Im Vergleich finde ich ihn fängiger als andere Köder.


    2.) Feste Grundbleimontage mit Frolic oder Boile


    Die zweite Art und Weise Karpfen zu fangen ist eine feste Grundbleimontage, auch Selbsthakmontage genannt. Dazu wird entweder mit entsprechendem Material aus dem Karpfenregal des Händlers das Grundblei fest angebracht oder wie folgt:


    Einen Stopper auf die Schnur ziehen. Danach eine Perle, ein Durchlaufgrundblei und wieder eine Perle. Anschliessend wird ein Wirbel angeknotet und alles auf der Schnur bis zum Wirbel geschoben. Das Durchlaufblei hat nun kein Spiel mehr auf der Schnur. An den Wirbel kommt ein Vorfach (15-20 cm reicht) mit einem Haar (das sind nicht die vom Kopf, sondern die abstehenden Schnurstücke am Haken). Auf das Haar wird mit einer Boilenadel ein Stück Frolic (Hundefutter) oder ein Boilie gezogen und mit einem Boiliestopper fixiert. Der Haken kann hierbei auch etwas größer ausfallen (4 - 1/0).


    Frolic ist bei uns genauso fängig wie Boilies (ja schlagt mich!) aber um Welten billiger. Boilies haben einen Boom beim Karpfenfischen ausgelöst. Wenn ich aber daran denke, wie teuer diese Boilies sind, dann sehe ich immer das Zwiebelleder im Geldbeutel. Ich muss auch sagen, dass ich mit Boilies schon einiges Versucht haben, aber dabei nur einen Karpfen fangen konnte. Vorsicht gilt auch bei dieser Montage, wenn Krebse im Gewässer sind. Diese lieben Frolic und Boilies.


    3.) Brot an freier Schnur


    Im Sommer eine beliebte Methode ist es Brotstücke oder Maiskörner an freier Schnur einfach zwischen einen an der Oberfläche stehenden Rudel von Karpfen zu werfen. Hierzu wird meist mit einem Semmel oder Brotstück angefüttert und die Rute vorbereitet. Hierzu kommt einfach ein Haken an die Schnur (6-8 ) und auf den Haken ein Stück Brot oder Semmel. Wenn die Karpfen nun die Brotstücke von der Oberfläche einsaugen wird der Köder an der Angel einfach zwischen die restlichen Brotstücke geworfen. Nun heisst es nur aufpassen auf den Biss.


    Alternative Köder


    Auch Dosenmais, Maden, Kartoffeln, Erbsen und der gute alte Teig sind Karpfenköder. Leider kann ich hierzu sagen, dass ich diese Köder (bis auf die Kartoffeln) nicht gerade selektiv finde. Man hat sehr viele Brassen oder andere Weisfische (je nach Hakengröße) oft als Beifang.


    Wie fische ich selbst auf Karpfen:


    Ich selbst sehe es nicht auf die kapitalen Karpfen ab. Somit verwende ich in der Regel die Montage 1 oder 3. Hierbei fische ich mit einer 13' / 1,75 lbs. Rute. Als Schnur verwende ich eine Stroft GTM 0,25 mm ARB (oder so?).


    Ich denke, dass bei uns viele Karpfen mit modernen Methoden und Ködern gefangen werden und die ursprünglichen Köder eigentlich in das Hintertreffen kommen. Die gute alte englische Art zu fischen finde ich aber entspannender. Einfach feines gutes Material und alles Notwendige muss in eine Weste oder Umhängetasche passen. Ich will mich ja entspannen und nicht bereits beim Aufbau des Angelplatzes ein Fitnesstraining absolvieren.


    Es gibt noch viele weitere Montagen und Köder. Bin mal gespannt was noch so hinzukommt.


    Alexander

  • Hallo Alex,


    du schriebst, dass Mais selektiv sei !?


    Das kann ich überhaupt nicht verstehen... mit Mais fange ich eher Rotaugen und Brachsen... weil die oft/immer eher am Futterplatz / Köder sind, als Karpfen.


    Auch Boilies sind nicht mehr sooo selektiv... und es werden damit auch Brachsen u.a. gefangen. Aber ich bin nach wie vor der Meinung, das Boilies noch am ehesten selektiv für Karpfen sind.


  • Sorry Icke,


    habe ich irgendwo im Text der prefix HART vergessen. Ich meine natürlich Hartmais. Ich finde den Köder sehr selektiv. Ich habe noch keinen anderen Weissfisch (mit Ausnahme großer Brassen) mit HARTMais gefangen. Wo ich dir Recht geben muss ist bei Dosenmais. Damit kann man so zwiemlich alles als Beifang haben. Hier kommt es aber auch auf die Hakengröße darauf an. Wenn ich mit gebogenen Haken ab der Gr. 6 fische, so habe ich keine Rotaugen mehr am Haken. Die müssten schon eine bestimmte Größe haben.


    Gegen Boilies will ich auch nichts sagen. Es sind super Köder und sehr selektiv. Leider haben Sie den Nachteil des Preises und ich finde sie werden in den letzten Jahren von der Werbung sehr gut vermarktet. Ein anderes Beispiel ist, dass beim Königsfischen in unserem Ort von 8 Karpfen nur 2 auf Boilies gebissen hatten. Der Rest wurde mit Hartmais überlistet. Dazu zu sagen ist aber, dass der größte Karpfen (25 Pfund ?) auf ein Boilie gefangen wurde.


    Ich denke die 100% selektiven Köder gibt es nicht. Man muss in natürlichen Gewässern immer mit Beifang rechnen. Als Beispiel: Mein Sohn Justin hat seinen ersten Hecht an einer 3m Stipprute auf Mais mit einem 16er Hacken gefangen. Es war kein Köderfisch am Mais, sondern der Hecht hat das Dosenmaiskorn sauber gepackt. Ok, ich muss noch erwähnen, dass der Hecht gerade mal 20cm hatte und ich denke er wird sich das mit dem Vegetarier als Hecht nochmals überlegen ;)


    Alexander