Wandern mit der Fliegenrute - Der Überseer Bach

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  • Servus Zusammen!


    Unter dem Titel "Wandern mit der Fliegenrute" möchte ich Euch immer wieder mal ein Fließgewässer vorstellen daß ich mit der Fliegenrute regelrecht ab- oder durchwandere. Ich fang mal klein an.


    Nach dem tollen Bericht vom Stefan: Der Überseer Bach haben wir (guenni30 und ich) uns den Überseer Bach nochmal aus fliegenfischerischer Sicht angeschaut.



    Bei herrlichstem Wetter machten wir uns am 1. Juli 2007 um 7:30 Uhr auf den Weg nach Übersee. Der erste Blick von der Dorfbrücke mitten im Ort (in dessen Sichtbereich nicht gefischt werden darf!) lässt unser Herz deutlich schneller schlagen. Große Äschen, Bachforellen und Regenbogner standen wie angewurzelt unter der Brücke und dazwischen tummelten sich die Kleinen. Als ob sie wüssten daß sie dort vor Fischern sicherer sind als in Fort Knox.


    Erwartungsvoll schlupfen wir in unsere Wathosen und gingen die Strecke erstmal am Ufer flussabwärts ab. Die Fische wurden schon weniger, sie standen ja alle im sicheren Bereich der Dorfbrücke. Aber hin und wieder konnte man doch ein paar sehen und ließen uns auf einen tollen, erfolgreichen Tag hoffen.


    Stromauf befischten wir nun die Stellen die wir uns beim abwärts Wandern gemerkt haben. Leider musste ich bald aussteigen weil meine Hüfthose dem gestiegenen Wasserstand nicht mehr gewachsen war. So ging ich am Ufer wieder zurück bis ich wieder ins Wasser konnte. Guenni hatte ich inzwischen aus den Augen verloren.



    Traumwandlerisch, diesen wunderschönen Tag genießend, warf ich immer wieder Stellen an, an denen ich auch als Fisch meine größte Freude hätte. Irgendwann kam ich zu einer Betonbrücke unter der ich, blitzschnell von meinen Tagträumen erwachend, einen großen Schatten vom hellen in den dunklen Bereich des Brückenpfeilers huschen sah. Ich warf 4-5 mal in Richtung des Brückenpfeilers. Plötzlich spürte ich in meiner Schnurhand einen sanften Ruck, ich hielt etwas deutlich dagegen und konnte nach einem kurzen aber intensiven Drill eine wunderschöne 43-er Äsche landen.



    Nachdem die Stelle erfolgreich war, blieb ich in dem Bereich und hatte auch richtig vermutet. Kurz nach der Äsche wieder ein Biss und eine schöne Portions-Regenbogenforelle mit 36 cm hatte sich entschlossen, daß kalte Wasser gegen eine warme Pfanne zu tauschen.



    Jetzt war es 11 Uhr und ich hatte mein Kontingent (2 Fische) erschöpft. Also machte ich mich, glücklich und zufrieden wieder auf den Weg zurück zum Auto wo ich auch mit Guenni wieder zusammentraf. Auch er hatte seine Erfolge wenn auch am Vormittag hauptsächlich mit jugendlichen Fischen. Wie im Leben so ist es auch in einem Bach immer wieder schön auf so viel Jugend zu stoßen.



    Jetzt machten wir erstmal Mittagspause beim Italiener in der Nähe der Dorfbrücke der übrigens sehr zu empfehlen ist.


    Gestärkt und neugierig was uns dieser kleine Bach am Nachmittag noch schönes bietet gingen wir wieder los. Da ich ja meine 2 Fische schon hatte, tauschte ich die Fliegenrute mit dem Fotoapparat und begleitete Guenni auf seiner „Pirsch“.


    Wie am Vormittag interessierte sich vorerst nur wieder die Jugend für ihn, er ist ja auch der jüngere von uns beiden. :wink:


    Nach geraumer Zeit kamen wir an eine dicht bewachsene Stelle und wir trauten unseren Augen nicht, stand doch da unter einem großen Zweig der knapp über dem Wasser hing eine wunderschöne Äsche. Zum Werfen war kein Platz so daß Guenni nur eine Möglichkeit hatte, die Fliege kurz vor der Äsche abzulegen und auf sie zutreiben zu lassen. Die Strömung trieb allerdings die Fliege eher von der Äsche weg. Jedenfalls hatte diese Äsche ihren Standplatz genauso gut und sicher gewählt wie ihre Kollegen von der Dorfbrücke.


    Nach vielen Versuchen, auch mit unterschiedlichen Fliegen und in der Hoffnung auf weitere Äschen beschloss Guenni weiter zu wandern und es in der nächsten Etappe erneut zu probieren.



    Endlich kam dann auch einmal eine Strecke in der auch weitere Würfe möglich waren. Aus der Entfernung schaute ich Guenni vom Ufer aus zu und fieberte mit ihm dem nächsten Biss entgegen. Es dauerte nicht lange da bog sich Guenni’s Rute und es begann ein schöner Drill. Das Verhalten ließ auf eine schöne, große Äsche hoffen. Guenni hatte sie gut im Griff und führte sie langsam zu sich. Plötzlich machte sie eine Wendung in Richtung Ufergebüsch. Ein kurzer Knall, ein Platscher und weg war sie. Sch....! Die hätte ich dem Guenni sooo gegönnt. Aber schon bei der Standortwahl der Äschen sieht man daß wir es hier mit äußerst geschickten und fast hätt ich gesagt intelligenten Lebewesen zu tun haben.


    Trotz dem kleinen Pech haben wir beschlossen, diesem schönen kleinen Bach bald wieder einen Besuch abzustatten und ich bin überzeugt, der Guenni holt sich auch diese Äschen noch.


    Zufrieden und glücklich einen so wunderschönen Tag am Überseer Bach verbracht zu haben ließen wir den Tag noch mal bei einem guten Abendessen Revue passieren.






  • Servus Ralf. Wunderschöner Bericht - war grad live dabei!!! Bin zwar des Fliegenfischens noch nicht mächtig - aber solche Berichte machen es mir immer schmackhafter!!! Muß ein wundervoller Ausflug gewesen sein - Danke für's Teilhabenlassen... ;)

  • nächstes jahr möchte ich es auch mal ernsthaft porobieren,
    der bericht is ja der hammer von ralf.. mein sohn is ja von joungster-fischen schon sehr begeisetert fliegen- technisch vom ralf.
    ich versuche ja mit blech etc... na ja als anfänger.. to be continued
    gruss robert

  • Hallo Ralf,


    ein toller Bericht. Ich denke das Gewässer hat mal einen Besuch verdient. Immerhin ist der Preis für ein Fliegengewässer erschwinglich und es gibt auch die Chance auf schöne Fische.


    Alexander