Montage auf einer Schlepprolle

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  • Hallo


    ich habe vor kurzem eine gebrauchte Stucki-(Tiefsee-)Schlepprolle bekommen. Da ich aber noch nie mit solche einer Rolle gefischt habe wäre es nett wenn ihr mir kurz den Aufbau und die Montage erklären könntet.
    :up: 
    Muss man auf eine solche Rolle einen Stahldraht aufspulen oder kann man auch anderes Material nehmen?
    Und wie sieht es mit der Montage der Einhänger bzw Konus wirbeln usw aus?
    Ich habe bei Stollenwerk auch Einhänger gefunden die mit Schrumpfschlauch befestigt werden! Wie geht das?


    Und dann wäre noch interessant wie man die Rolle vor dem fischen vorbereitet? Also wie muss der Draht (Litze) über die bügel der Rolle laufen ???
    Ich hoffe ich frage nicht zu viel :roll:
    Auf viele Antworten würde ich mich sehr freuen :thanks: 
    mfg 77sh77

  • Servus 77sh77!


    "77sh77" schrieb:

    Hallo
    ich habe vor kurzem eine gebrauchte Stucki-(Tiefsee-)Schlepprolle bekommen.


    Gratulation! Gut gemacht! :wink:


    "77sh77" schrieb:

    Da ich aber noch nie mit solche einer Rolle gefischt habe wäre es nett wenn ihr mir kurz den Aufbau und die Montage erklären könntet.


    Das kann ich mir gut vorstellen.
    Ich saß auch zu Anfang vor diesem Ding und dachte mir... "what the hell..."


    Deshalb geb ich dir gerne ein paar Tips.


    Vorab; die folgenden Tips spiegeln meine Erfahrungen wieder.
    Soll heissen, daß es vielleicht noch "andere" Montagen gibt oder daß andere Angler mit dem Stucki-Standard Tackle zurecht kommen oder damit gut fangen.


    "77sh77" schrieb:


    Muss man auf eine solche Rolle einen Stahldraht aufspulen oder kann man auch anderes Material nehmen?


    Können ja; müssen nicht!
    Der Stahldraht ist nur zu einem Zweck gut. Stucki verdient sich einen Haufen Geld damit. Das wars auch schon.


    Ok, du hast damit auch "Musik" mit an Bord, denn der Draht singt bei entsprechendem Schlepptempo in den schönsten Tönen. Kann man mögen; muß man aber nicht. Mir gefällt es nicht so; und was mir nicht gefällt, da stehen die Fische sicher auch nicht wirklich drauf.


    Ich kann dem Draht weder Fängigkeit noch Funktionalität abgewinnen.
    Meine Meinung: Weg damit....... bzw. bitte nicht anschaffen.
    Falls das Ding schon droben sein sollte, dann probiers mal, denn Alternativen sind mindestens genauso teuer.


    Wo wir schon bei Alternativen sind. Ich benutze eine "Geflochtene".
    Falls du ne billige 50er oder 60er Dyneema daheim hast; die tuts leicht.
    Mit Markern machst du dir ungefähre Metermarkierungen, damit du die Tiefe bestimmen kannst, in der du schleppst. (und das ist schliesslich wichtig)


    Ich hab meine Rolle mit 100m Stroft Multicolour in 0,50er Durchmesser bespult.


     


    Ist zwar sauteuer, aber bessere Tiefenmarkierungen als alle 10m eine andere Farbe gibt es fast nicht. Ich bin voll zufrieden und würde behaupten, daß sich die Investition voll gelohnt hat.


    "77sh77" schrieb:


    Und wie sieht es mit der Montage der Einhänger bzw Konus wirbeln usw aus? Ich habe bei Stollenwerk auch Einhänger gefunden die mit Schrumpfschlauch befestigt werden! Wie geht das?


    Die sind richtig überflüssig.


    Mach dir in den Tiefen, in denen du fischen möchtest einfach eine ganz normale Schlaufe in die "Hauptschnur".


    Ich habe 1m über dem Blei eine Schlaufe, dann zweimal nach jeweils 3m und dann alle 5 Meter eine Schlaufe. So kann ich mehrere Tiefen befischen und variieren wie es mir gefällt, bzw. wenn ich ungefähr die fängige Tiefe gefunden habe, mehrere Köder in exakt dieser Tiefe, ein wenig darüber und darunter laufen lassen.


    Was du dann noch brauchst; und die Dinger sind super. Da hab ich noch keine Alternativen gefunden. Das sind die Einhängeklips von Stucki.



    Mit diese Dingern hängst du, wenn du das Blei an der Hauptschnur zu Wasser gelassen hast, dein Vorfach mit dem Köder in die Schlaufe.


    Wichtig: Das Vorfach sollte in etwa 5 bis 10 m lang sein (da scheiden sich die Geister; ist sicherlich Geschmackssache) und wird mittels Doppelwirbel am Einhänger befestigt. Den Doppelwirbel deshalb, damit du dein Vorfach, bei einem grösseren Fisch an eine bereitliegende Rute umhängen kannst. Denn grössere Fische (Forellen oder Hechte) sollten lieber mittels Angelrute ausgedrillt werden.


    "77sh77" schrieb:


    Und dann wäre noch interessant wie man die Rolle vor dem fischen vorbereitet? Also wie muss der Draht (Litze) über die bügel der Rolle laufen ???


    Das Ganze sollte dann im Einsatz so ablaufen:


    Du ruderst mit montierter Rolle los. Rolle am Bootsrand, die Schnur sollte über die Rolle am Federbügel laufen und das Blei im Wasser hängen.
    Dann lässt du das Ganze mittels der Bremse bis zur ersten Schlaufe ab.
    Der Köder ist am Vorfach montiert, das Vorfach sollte mittels einer Schlaufe am Doppelwirbel hängen und der Doppelwirbel am Einhängeclip.
    Den Einhängeclip dann in die Schlaufe der Hauptschnur einhängen und nun sollte die erste Montage im Wasser sein.


    Zu Beginn sind das schon eine Menge Handgriffe.
    Die beste Lösung wäre ein zweiter Mann, welcher rudert oder eine Portion Rückenwind. Denn alleine im Boot kann sich die Montage ganz leicht vertüdeln. Vorallem, wenn man mangels Wind oder hilfreichen Kollegen rudern und gleichzeitig die Montage ausbringen muß.


    "77sh77" schrieb:


    Ich hoffe ich frage nicht zu viel :roll:


    Ich hoffe, daß man mir einigermaßen folgen konnte.


    Falls etwas unklar sein sollte, frag einfach nach.


    Grüsse, Andreas

  • Hallo andreas!


    Vielen Dank schonmal für die umfangreiche Erklärung! Jetzt weiß ich schon viel mehr! :thanks:


    Welche Köder würdest du auf Hecht benutzen und welche Vorfachstärke?
    Sollte man als Vorfach Monofile Schnur benutzen?
    Ich befische ja den Bodensee in ungefähr 15m Tiefe. Welches Bleigewicht wäre gut und wie schnell sollte ich rudern?


    Vielen Dank
    77sh77

  • hi


    supper beschreibung andeas!


    auch ich verwende geflochtene aber nur ne 35 er das blei leuft so dichter beim boot.


    zum schnüreeinhängen habe ich alle 2,5m einen wirbel eingeschlauft.


    die stuckiklammern verwende ich nicht ich neme karabiener, will was geschlossenes.


    in einem punkt fische ich komplet anders:
    ich habe die schnur verkert aufgespult, also unten raus.
    so arbeitet der bügel besser und dämpt die schläge der fische.
    das ganze bedingt aber das austauschen der weissen rolle durch eine mit höheren seiten, da verkehrt die schnur auf keinen fall raushüpfen darf.


    als gewicht verwende ich 1,8kg


    als köder nur blinker, alles andere ( systeme wobler....) hat meiner meinung nach zu viel wiederstand.


    schnurstärke für hecht 60er mit stahlvorfach.
    5m max auf forelle düner und länger.


    versucht mal direckt am blei ein ca 50-70cm langes sehr starkes stahlvorfach,
    mit einem blinker.
    das hat mir schon viele fische gebracht, das blei weckt die neugirde der fische mehr als es scheucht, habe so sogar schon forellen gefangen!


  • Servus!


    Bei "lediglich" 15m Tiefe reicht dir ein 1kg Gewicht. Ausserdem ruderst du ja. Motorbetrieben (wie bei Pius) wäre ein 1,8kg Blei wegen der höherem Geschwindigkeit besser. 2,5 bis 3 km/h reichen völlig, denn die Stuckilöffel sind sehr leichter Bauart und spielen schon beim geringsten Zug.


    Wichtig wäre eine Metallflosse am Blei, um ein Schlingern zu verhindern.


    Wieviele Köder darfst du denn fischen?


    Optimal wären bei 15m Tiefe einen Stuckilöffel direkt (1m) über dem Blei. Dann nach 3m nochmals einen Stucki und nach weiteren 3m oder 5m würde ich eine Perlmuttspange oder einen leichten Hechtblinker verwenden. Sehr gute, leichte Hechtblinker sind z.B. die Blinker von der Firma Profiblinker.


    Gute Stuckiblinker sind die kleinen gehämmerten.



    Die sind extrem leicht, 5-6cm lang und spielen wie verrückt.


    Die Vorfachlänge ist meist Geschmackssache.
    Das Hechtvorfach würde ich auch nicht länger als 5m wählen. Monofile 0,50er oder 0,60er wie Pius schon beschrieben hat.


    Auf Saibling kann es längers ein; auf Seeforelle sollte es 10m haben.
    Ich fische ein 0,25er oder 0,30er monofiles Vorfach.


    "pius" schrieb:


    in einem punkt fische ich komplet anders:
    ich habe die schnur verkert aufgespult, also unten raus.
    so arbeitet der bügel besser und dämpt die schläge der fische.
    das ganze bedingt aber das austauschen der weissen rolle durch eine mit höheren seiten, da verkehrt die schnur auf keinen fall raushüpfen darf.


    Pius : was für eine Rolle benutzt du denn da? Ich kenn nämlich nur die Standard Teflon-Dinger. Vielleicht kannst du mal ein Bild knipsen.
    Das interessiert mich nämlich schon.
    Hast du dann, wenn die Schnur bei dir unten rausläuft, die Rolle gewendet? Wegen Kurbelrichtung und Friktionsbremse, etc.....